Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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AM Tage darauf ließ Lucien seinen Paß beglaubigen,kaufte sich einen Stock und nahm an dem Platz ander Rue d'Enfer einen Torwagen, der ihn für zehnSous nach Longjumeau fuhr. In der ersten Nacht schlief erim Stall eines Pachthofes zwei Meilen von Arpajon. Als erOrleans erreicht hatte, war er schon sehr müde und marode;aber für drei Franken fuhr ihn ein Schiffer nach Tours,und während der Fahrt brauchte er für seine Nahrungnicht mehr als zwei Franken. Von Tours nach Poitiers gingLucien fünf Tage lang. Ein gutes Stück hinter Poitiers be-saß er nur noch hundert Sous, aber er nahm seine letzteKraft zusammen, um weiter zu gehen. Einmal wurdeLucien auf einer weiten Ebene von der Nacht überraschtund beschloß eben, die Nacht im Freien zuzubringen, alser am Ende eines Hohlweges eine Kalesche bemerkte, dieden Hügel heraufkam. Ohne daß der Postillon, die Reisen-den und ein Kammerdiener, der auf dem Bock saß, esmerkten, konnte er sich hinten zwischen zwei Koffer ver-stecken, setzte sich so, daß die Stöße des Wagens ihn mög-lichst wenig trafen, und schlief ein. Als ihn am Morgen dieSonne, die auf seine Augen fiel, und eine laute Stimmeweckten, sah er, daß er in Mansle war, in dem Städtchen, indem er vor anderthalb Jahren, das Herz voller Liebe, Hoff-nung und Freude, auf Frau von Bargeton gewartet hatte.Er sah sich mit Staub bedeckt und Neugierige und Postil-lone um sich herumstehen und merkte, daß er entdecktwar; er sprang auf die Füße und wollte eben etwas sagen,als zwei Reisende, die aus der Kalesche gestiegen waren,ihm das Wort abschnitten: er sah den neuen Präfekten derCharente, den Grafen Sixtus du Chätelet, und seine FrauLouise von Negrepelisse.

Wenn wir gewußt hätten, welchen Reisegefährten derZufall uns gegeben hat..." sagte die Gräfin.WollenSie nicht zu uns einsteigen?"

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