Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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Der arme große Mann aus der Provinz kehrte nach derRue de la Lune zurück, aber dort wurde ihm so entsetzlichzumute, als er die leere Wohnung sah, daß er sich in einemelenden Gasthof in der Straße einmietete. Die zweitausendFranken von Fräulein des Touches deckten alle Schulden,nachdem der Erlös aus dem Mobiliar noch dazugekommenwar. Berenice und Lucien hatten für sich hundert Fran-ken, von denen sie zwei Monate lebten, die Lucien in einerkrankhaften Niedergeschlagenheit verbrachte: er konntenicht schreiben und nicht denken, er überließ sich seinemSchmerz; Berenice hatte Mitleid mit ihm.

Wenn Sie daran denken, in Ihre Heimat zurückzu-kehren, wie wollen Sie hinkommen?" fragte sie und beant-wortete damit einen Ausruf Luciens, der immer an seineSchwester, seine Mutter und David Sechard dachte.

Zu Fuß," antwortete er.Dann muß man auch nochunterwegs essen und schlafen. Wenn Sie jeden Tag zwölfMeilen gehen, brauchen Sie mindestens zwanzig Franken."Ich werde sie bekommen," sagte er.

Er nahm seine Kleider und seine schöne Wäsche, behieltnur das absolut Notwendige für sich und ging zu Samanon,der ihm für all seine Sachen fünfzig Franken anbot. Erbat den Wucherer, ihm so viel zu geben, daß er den Post-wagen nehmen konnte, konnte ihn aber nicht erweichen.In seiner Wut ging Lucien, wie er da war, zu Frascati, ver-suchte sein Glück und kam ohne einen Heller wieder her-unter. Als er wieder in seiner elenden Kammer in der Ruede la Lune war, verlangte er von Berenice Coralies Schal.Nachdem Lucien ihr seinen Spielverlust eingestanden hatte,wußte das gute Mädchen mit einem einzigen Blick, was derarme Dichter in seiner Verzweiflung vorhatte: er wolltesich erhängen.

Sind Sie verrückt geworden?" sagte sie.Gehen Siespazieren und kommen Sie um Mitternacht wieder, ich

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