werde das Geld beschaffen, das Sie brauchen; aber bleibenSie auf den Boulevards und gehen Sie nicht an die Kais."
Lucien lief auf den Boulevards herum. Der Schmerzhatte ihn fast stumpfsinnig gemacht. Er sah die Equi-pagen, die Spaziergänger und fand sich winzig und ver-lassen in dieser Menge, die, von den tausenderlei PariserInteressen gepeitscht, herumwirbelte. In Gedanken sah erdie Ufer der Charente, und etwas wie Sehnsucht nach denFreuden der Familie überkam ihn. Er hatte jetzt einender blitzartigen plötzlichen Einfälle, die all diese weib-lichen Naturen täuschen: er wollte das Spiel nicht auf-geben, ehe er sein Herz in das Herz David Sechards aus-geschüttet, ehe er den Rat der drei Engel gehört hätte,die ihm geblieben waren. Als er so durch die Straßenschlenderte, sah er an der Ecke der Rue de la Lune aufdem schmutzigen Boulevard Bonne-Nouvelle Berenice imSonntagsstaat bei einem Manne stehen. Bei diesem An-blick stieg ihm ein furchtbarer Verdacht auf, und er rief:„Was machst du da?" „Hier sind zwanzig Franken, dievielleicht teuer zu stehen kommen, aber Sie können nunin die Heimat gehen," antwortete sie und steckte Lucienrasch vier Hundertsousstücke zu.
Berenice lief davon, ohne daß Lucien sah, wo sie hin-gekommen war, denn zu seinem Lobe muß gesagt werden,daß ihm dieses Geld in der Hand brannte und er es zurück-geben wollte; aber er mußte es wie ein letztes Brandmaldes Pariser Lebens behalten.
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