steller und den großen Arzt, die sich hinsetzten, ohne einWort herausbringen zu können. Ein Lakai trat ein undmeldete Fräulein des Touches an. Das schöne Mädchenverstand alles, sie trat rasch auf Lucien zu, drückte ihm dieHand und gab ihm heimlich zwei Tausendfrankennoten.
„Es ist zu spät," sagte er und warf ihr einen schmerz-lichen Blick zu.
D'Arthez, Bianchon und Fräulein des Touches gingenerst, nachdem sie alles getan hatten, um Luciens Verzweif-lung mit den liebevollsten Worten zu mildern; aber in ihmwar alles wie zerbrochen. Gegen Mittag fanden sich die Mit-glieder des Zirkels außer Michel Chrestien — der indessenüber das Maß von Luciens Schuld aufgeklärt worden war —in der kleinen Kirche Bonne-Nouvelle ein, wo außerdemnoch Berenice und Fräulein des Touches, zwei Statistinnendes Gymnase, Coralies Ankleidemädchen und der unglück-liche Camusot anwesend waren. Alle Männer begleitetendie Schauspielerin bis zum Kirchhof des Pere-Laehaise.Camusot, der heiße Tränen vergoß, versprach Lucien feier-lich, er werde ein Grab für ewige Zeiten kaufen und aufihm eine Säule errichten lassen, auf der der Name
CORALIEstünde, und darunter:
IM ALTER VON NEUNZEHN JAHRENGESTORBEN IM AUGUST 1822.
Lucien blieb bis Sonnenuntergang allein auf diesemGrabhügel, von dem aus er auf Paris herabblickte.
,Wer liebt mich nun?' fragte er sich. ,Meine wahrenFreunde verachten mich. Ich hätte tun können, was ichwollte, der, die da unten liegt, wäre alles, was von mir kam,edel und gut vorgekommen! Ich habe nur noch meineSchwester, David und meine Mutter! Was denken sie vonmir in der Heimat?'
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