worden. Ich versichere Sie, daß wir dem Zufall nach-geholfen haben: Sie haben Kavalleriepistolen."
Für Lucien war das Leben ein böser Traum geworden,es war ihm gleichgültig, ob er am Leben blieb oder starb.Der Mut, der den Selbstmördern eigen ist, verschaffte ihmalso in den Augen der Personen, die seinem Duell bei-wohnten, den Eindruck eines gleichgültig tapfern Auf-tretens. Er blieb, ohne sich vom Platz zu bewegen, stehen.Diese Unbekümmertheit galt für eine kühle Berechnung,man fand in diesem Dichter einen sehr starken Mann.Michel Chrestien schritt vor, so weit er durfte. Die beidenGegner feuerten zu gleicher Zeit, denn die Beleidigungenwaren auf beiden Seiten für gleich erklärt worden. Beimersten Schuß streifte die Kugel Chrestiens Luciens Kinn,während dessen Kugel zehn Fuß über dem Kopf seinesGegners wegflog. Beim zweiten Schuß blieb die KugelMichels im Rockkragen des Dichters stecken, der zumGlück mit Steifleinen gesteppt war. Beim dritten Schußerhielt Lucien die Kugel in die Brust und fiel um.
„Ist er tot?" fragte Michel. „Nein," sagte der Wund-arzt, „er wird davonkommen." „Um so schlimmer," er-widerte Michel. „Oh! Ja! Um so schlimmer!" wiederholteLucien und weinte bittere Tränen.
Gegen Mittag war der unglückliche junge Mensch inseinem Zimmer und auf sein Bett gelegt; man hatte fünfStunden und große Vorsicht gebraucht, um ihn zu trans-portieren. Obwohl sein Zustand ohne Gefahr war, wardoch Vorsicht nötig: das Fieber konnte schlimme Kom-plikationen bringen. Coralie unterdrückte ihre Verzweif-lung und ihren Kummer. In der ganzen Zeit, solangeihr Freund in Gefahr war, durchwachte sie mit Bere-nice die Nächte und lernte ihre Rollen. Die Gefahr fürLucien dauerte zwei Monate. Das arme Mädchen spieltemanchmal eine lustige Rolle, während sie sich innerlich
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