„Können Sie gut fechten?" fragte ihn Herr von Marsay.„Ich habe nie einen Degen in der Hand gehabt." „Und wieschießen Sie mit der Pistole?" fragte Rastignac. „Ich habenie einen Schuß abgegeben." „Sie haben den Zufall für sich,sind also ein schrecklicher Gegner und imstande, IhrenWidersacher zu töten," meinte Herr von Marsay.
Zum Glück traf Lucien Coralie im Bett an. Sie schlief.Die Schauspielerin hatte in einem kleinen Stück schnelleine Rolle übernommen und hatte ihre Revanche gehabt:sie hatte ehrlichen, nichtbezahlten Beifall gefunden. DieserAbend, auf den sich ihre Feinde nicht hatten vorbereitenkönnen, bestimmte den Direktor, ihr die Hauptrolle in demStück von Canaille Maupin zu geben; denn er hatte schließ-lich die Ursache von Coralies Mißerfolg bei ihrem erstenAuftreten entdeckt. Der Direktor war über die IntrigenFlorinens und Nathans gegen eine Schauspielerin, auf dieer Wert legte, wütend und hatte Coralie den Schutz derDirektion versprochen.
Um fünf Uhr morgens holte Rastignac Lucien ab.
„Mein Lieber, Sie wohnen gerade so, wie Ihre Straßeaussieht," sagte er ihm zur Begrüßung. „Wir wollen dieersten auf dem Treffplatz auf dem Weg nach Clignan-court sein, das gehört zum guten Ton und wir müssen eingutes Beispiel geben." „Wir haben folgendes Programm,"sagte Herr von Marsay, während der Wagen in das Fau-bourg Saint-Denis rollte. „Sie schlagen sich auf Pistolenauf fünfundzwanzig Schritte Distanz; bis auf fünfzehnSchritte Distanz kann jeder nach Belieben sich demandern nähern. Jeder hat fünf Schritte und darf dreiSchüsse abgeben, nicht mehr. Wie es auch kommt, ver-pflichten Sie sich beide, es dabei bewenden zu lassen.Wir laden die Pistolen Ihres Gegners, und seine Zeugenladen die Ihrigen. Die Waffen sind von den vier Zeugengemeinschaftlich bei einem Waffenhändler ausgesucht
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