Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
166
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Verfasser des Artikels genannt, und der hat in seinem Zornmit dem Herzog von Navarreins, seinem ersten Kammer-herrn, gescholten. Sie haben sich Feinde gemacht, die umso mehr Ihre Feinde sind, je günstiger sie Ihnen gesinntwaren! Was bei einem Feind natürlich scheint, ist bei einemFreund furchtbar." „Aber sind Sie denn ein Kind, meinLieber?" rief des Lupeaulx. „Sie haben mich heillos kom-promittiert. Die Marquise d'Espard, Frau von Bargetonund Frau von Montcornet, die für Sie gebürgt hatten,müssen wütend sein. Der Herzog hat sicher seinen Zornan der Marquise ausgelassen, und die Marquise muß böseauf ihre Cousine sein. Gehen Sie nicht hin! Warten Sie!Da kommt Seine Herrlichkeit, gehen Sie!" rief der Ge-neralsekretär.

Lucien stand auf der Place de Vendome, und es war ihm,als hätte er einen Schlag über den Kopf bekommen. Erging zu Fuß über die Boulevards und versuchte, wieder zusich zu kommen. Er sah sich als den Spielball neidischer,gieriger und treuloser Menschen. Was war er in dieser Weltder Ehrsucht? Ein Kind, das hinter den Freuden und Ge-nüssen der Eitelkeit herlief und ihnen alles opferte; einDichter ohne gründliche Überlegung, der wie ein Schmetter-ling von Licht zu Licht flog, keinen festen Plan hatte, derSklave der Umstände war, richtig dachte und falsch han-delte. Sein Gewissen war ein unbarmherziger Richter.Überdies hatte er kein Geld mehr und fühlte, daß er vonArbeit und Kummer aufgerieben war. Man brachte seineArtikel erst nach denen von Merlin und Nathan. So insein Nachdenken versunken, ging er aufs Geratewohlweiter; in einigen Lesekabinetten, die anfingen, nicht bloßZeitungen, sondern auch Bücher zur Lektüre auszulegen,sah er ein Plakat hängen, auf dem unter einem kuriosenTitel, der ihm völlig unbekannt war, sein Name stand:,Von Lucien Chardon von Rubempre'. Sein Werk war

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