und erzählte ihr Coralies und sein Unglück auf eine sorührende Weise, daß dieses berühmte Mannweib ihm ver-sprach, sie wollte die führende Eolle Coralie geben.
Am Tage nach dieser Gesellschaft las Lucien, als er mitCoralie, die über das Versprechen des Fräulein des Touchesglücklich und wieder ins Leben zurückgekehrt war, beimFrühstück saß, das Blatt Lousteaus, in dem der boshafteBericht über die Anekdote stand, die über den Justiz-minister und seine Frau erfunden worden war. Dieschwärzeste Bosheit verbarg sich darin unter dem schnei-dendsten Witz. Der König Ludwig XVIII. spielte darineine Rolle und war mit größter Kunst lächerlich gemachtworden, ohne daß das Gericht einschreiten konnte. Eshandelte sich um folgende Behauptung, der die liberalePartei den Mantel der Wahrheit umhängen wollte, wäh-rend sie in Wirklichkeit nur die Zahl ihrer witzigen Ver-leumdungen vermehrt hat.
Die Leidenschaft Ludwigs XVIII. für einen galanten undpoesieduftenden Briefwechsel voller Madrigale und hoch-trabender Bilder wurde in dem Artikel als die letzte Aus-drucksform seiner Liebe gedeutet, die anfinge, doktrinär zuwerden; er ginge, hieß es, von der Tat zur Idee über. Dieberühmte Mätresse, die Beranger so grausam unter demNamen Octavia angegriffen hatte, hätte angefangen, dieschlimmsten Befürchtungen zu hegen. Ihre Korrespondenzmit ihm wäre nahe am Einschlafen. Je mehr Geist Octaviaentfaltete, um so kälter und matter würde ihr Geliebter.Octavia hätte endlich die Ursache entdeckt, warum sienicht mehr in Gunst stehe, ihre Macht wäre von den Erst-hngsblüten und duftenden Spezereien eines neuen Brief-wechsels des königlichen Briefstellers mit der Frau desJustizministers bedroht. Man glaubte von dieser treff-lichen Dame, daß sie nicht imstande wäre, ein kurzes Brief-chen zu schreiben, sie müßte ganz einfach der verantwort-
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