Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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einer mächtigen Clique für sich hatte oder von sich ausmächtig genug geworden war. Der Dichter ging langsamnach Hause; es war eine Mutlosigkeit über ihn gekommen,die ihn zum Selbstmord gebracht hätte, wenn die Tat demGedanken gefolgt wäre. Coralie lag blaß und leidend imBett.

„Eine Rolle, in der sie stirbt," sagte Berenice zu Lucien,während er sich umkleidete, um in die Rue du Montblanczu Fräulein des Touches zu gehen, die eine große Abend-gesellschaft gab, in der er des Lupeaulx, Vignon, Blondet,die Marquise d'Espard und Frau von Bargeton treffensollte.

Der Abend fand zu Ehren von Conti, dem großen Kom-ponisten, der eine der berühmtesten Stimmen besaß, undfür die Cinti, die Pasta, Garcia, Levasseur und zwei oderdrei berühmte Sängerinnen der Gesellschaft statt. Lucienschob sich langsam bis zu der Stelle, wo die Marquise, ihreCousine und Frau von Montcornet saßen. Der unglücklichejunge Mann nahm eine leichte, glückliche, zufriedene Mienean; er scherzte, zeigte sich wie in den Tagen seines Glanzes,es sollte nicht so scheinen, als ob er die Welt brauchte. Erverbreitete sich über die Dienste, die er der royalistischenPartei erwies, und führte zum Beweis dessen das haß-erfüllte Geschrei an, das die Liberalen ausstießen.

„Sie werden reichlich dafür belohnt werden, lieberFreund," sagte Frau von Bargeton zu ihm und lächelteihn holdselig an. „Gehen Sie übermorgen mit dem Reiherund des Lupeaulx in das Kanzleramt, Sie finden dortIhre Ordonnanz mit der Unterschrift des Königs. DerJustizminister trägt sie morgen ins Schloß; aber es findetMinisterrat statt, er wird spät zurückkommen: trotzdemwerde ich, wenn ich das Resultat am Abend erfahre, zuIhnen schicken. Wo wohnen Sie?" „Ich werde kommen,"antwortete Lucien, der sich schämte, zu gestehen, daß er in

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