gefaßt sein muß; auf alle Fälle aber sucht ein kluger Mannseine Freunde auf, setzt ihnen seine Gründe auseinanderund läßt sich von ihnen selbst zu seiner Apostasie raten. Siewerden seine Mitschuldigen, bedauern einen, und man trifftdann wie Nathan und Merlin mit seinen Kollegen die Ver-abredung, sich gegenseitige Dienste zu leisten. Die Wölfefressen sich nicht untereinander. Sie sind in dieser Sachemit der Unschuld eines Lammes vorgegangen. Sie werdengenötigt sein, Ihrer neuen Partei die Zähne zu zeigen, wennSie Vorteil aus ihr ziehen wollen. So wie die Dinge jetztstehen, hat man Sie selbstverständbch Nathan geopfert.Ich will Ihnen nicht verhehlen, wie groß der Lärm, die Ent-rüstung und das Geschrei über Ihren Artikel gegen d'Arthezist. Marat ist ein Heiliger gegen Sie. Es bereiten sich hef-tige Angriffe gegen Sie vor, Ihr Buch wird auf der Streckebleiben. Wie steht es mit Ihrem Roman?" „Hier sind dieletzten Druckbogen," sagte er und zeigte auf ein PaketKorrekturen. „Man schreibt Ihnen die nichtgezeichnetenArtikel in den Blättern der Ministeriellen und Ultras gegendiesen kleinen d'Arthez zu. Jetzt richten sich alle Tage dieNadelstiche des ,Reveil' gegen die Männer von der Ruedes Quatre-Vents, und die Bosheiten sind um so stärker,weil sie witzig sind. Es steht eine ganze ernsthafte poli-tische Richtung hinter dem Blatt von Leon Giraud, eineRichtung, der früher oder später die Macht zufallenwird." „Ich habe seit acht Tagen keinen Fuß in die Re-daktion des ,Reveil' gesetzt." „Nun, schön also. DenkenSie an meine kleinen Artikelchen. Machen Sie gleichfünfzig, ich zahle sie Ihnen alle auf einmal; aber schreibenSie in der Farbe des Blattes."
Und Finot gab Lucien in lässigem Tone den Stoff zueinem Spottartikel gegen den Justizminister und erzählteihm eine angebliche Anekdote, die, wie er sagte, in denSalons erzählt wurde.
159