Diese Worte wirkten auf Lucien niederschmetternd;mit langsamen Schritten ging er nach der Rue de la Lunezurück. Am Tage darauf trug der Dichter seinen Artikelin der neuen Gestalt, in der er ihn von d'Arthez zurück-erhalten hatte, auf die Redaktion; aber von diesem Tagean zehrte eine Melancholie an ihm, die er nicht immer ver-bergen konnte. Als er am Abend den Zuschauerraum desGymnase ausverkauft sah, empfand er die heftige Auf-regung, die ein Debüt auf der Bühne mit sich bringt, dieaber bei ihm um die ganze Gewalt seiner Liebe vermehrtwar. Seine ganze Eitelkeit war im Spiel, sein Blick suchtealle Gesichter zu ergründen, wie der Blick eines Angeklag-ten die Mienen der Geschwornen und Richter ergründenwill; ein kleines Geräusch brachte ihn zum Zittern; einkleiner Vorfall auf der Bühne, die Auftritte und AbgängeCoralies, die geringsten Schwankungen der Stimme mußtenihn maßlos erregen. Das Stück, in dem Coralie zum ersten-mal auftrat, war eines von denen, die durchfallen, aber sichwieder erheben, und das Stück fiel durch. Als Coralie dieBühne betrat, ertönte kein Beifall, und sie war über dieKälte des Parterre niedergeschlagen. In den Logen gab eskeinen andern Beifall als den von Camusot. Vom Balkonund den Galerien aus wurde das Händeklatschen des Kauf-manns niedergezischt. Als die Claqueure an ungeschicktenStellen in allzu deutlich übertriebenen Beifall ausbrechenwollten, wurden sie von den Galerien aus zum Schweigengebracht. Martainville klatschte tapfer, und die heuch-lerische Florine, Nathan und Merlin folgten dem Beispiel.Nachdem das Stück einmal durchgefallen war, kamen eineMenge Menschen in Coralies Ankleidezimmer, aber sieverschlimmerten das Übel durch den Trost, den sie ihrspendeten. Die Schauspielerin kam verzweifelt nach Hause,weniger um ihret- als um Luciens willen.
„Wir sind von Braulard verraten worden," sagte er.
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