d'Arthez. „Ich bitte dich nur um eines, bewahre Schweigenüber meinen Besuch und laß mich in meiner Hölle, beidieser Tätigkeit eines Verdammten. Vielleicht kommt mannur hoch, wenn man erst an den empfindlichsten Stellendes Herzens Schwielen bekommen hat." „Immer der-selbe," rief d'Arthez. „Du hältst mich für einen Feigling!Nein, d'Arthez, nein, es ist alles die Liebe." Und er erklärteihm seine Lage. „Zeig den Artikel her," sagte d'Arthez,der von allem, was Lucien ihm von Coralie gesagt hatte,sehr ergriffen war.
Lucien gab ihm das Manuskript, d'Arthez las es undkonnte ein Lächeln nicht zurückhalten. „Was für ein ver-hängnisvoller Mißbrauch des Geistes!" rief er. Aber erschwieg, als er sah, wie Lucien von wahrem Schmerz ganzüberwältigt im Stuhle saß.
„Willst du es mich korrigieren lassen? Ich schicke es dirmorgen wieder," fragte er. „Spaße dieser Art setzen einWerk herab; eine ernste und gründliche Kritik ist manch-mal ein Lob; ich kann deinen Artikel für dich und für michehrenhafter machen. Und überdies kenne ich allein meineFehler!" „Wenn man einen öden Berghang hinansteigt,findet man manchmal eine Frucht, mit der man denbrennenden Durst stillen kann; so ist es mir mit dir!" riefLucien, warf sich d'Arthez in die Arme und weinte. Dannküßte er ihn auf die Stirn und sagte: „Mir ist es, als ob ichdir mein Gewissen anvertraue, damit du es mir eines Tageswiedergibst." „In meinen Augen ist die periodisch auf-tretende Reue eine große Heuchelei," sagte d'Arthez feier-lich, „die Reue ist dann eine Prämie, die den schlechtenHandlungen beigegeben wird. Unsere Seele schuldet Gotteine Reue, die jungfräulich ist; ein Mensch, der zweimalbereut, ist demnach ein heuchlerischer Schurke. Ichfürchte, du erblickst in deinen Reueanfällen immer Ab-solutionen."
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