unserer Artikel spielen und wird in den drei Monaten ihresUrlaubs in der Provinz dreißigtausend Franken verdienen.Wegen eines dieser Skrupel, die Sie, wenn Sie solche Be-denklichkeiten nicht völlig von sich abtun, immer hindernwerden, ein Politiker zu sein, wollen Sie Coralie und ihreZukunft töten und sich um Ihre Erwerbsquelle bringen."
Lucien sah sich genötigt, zwischen d'Arthez und Coraliezu wählen: seine Geliebte war verloren, wenn er d'Artheznicht in der großen Zeitung und im ,Reveil' abwürgte.Der arme Dichter ging nach Hause; er fühlte den Tod imHerzen. Er setzte sieh in seinem Zimmer an den Kaminund las dieses Buch, das zu den schönsten der modernenLiteratur gehört. Er las weinend Seite um Seite, er zögertelange, aber endlich schrieb er einen boshaften Artikel, wieer sie so gut schreiben konnte; er nahm dieses Buch her,wie die Kinder einen schönen Vogel hernehmen, um ihm dieFedern auszureißen und ihn zu quälen. Seine grimmigenSpaße waren dazu angetan, dem Buche zu schaden. Als ernoch einmal in dem schönen Werk las, erwachten alle gutenGefühle Luciens: nachts um zwölf Uhr begab er sich aufden Weg quer durch Paris und langte vor dem Hause vond'Arthez an. Durch die Scheiben sah er den Schein desreinen Lichts, das er so oft mit der Bewunderung gesehenhatte, die die edle Energie und Ausdauer dieses wahrhaftgroßen Mannes verdiente; er fühlte nicht die Kraft in sich,hinaufzugehen, und blieb ein paar Augenblicke auf einemPrellstein sitzen. Endlich brachte ihn sein guter Engel dazu,daß er hinaufging. Er klopfte an und fand d'Arthez in demkalten Zimmer, in dem kein Feuer brannte, beim Lesen.
„Was ist dir?" fragte der junge Schriftsteller, als erLucien sah. Er ahnte, daß nur ein großes Unglück ihn her-führen konnte. „Dein Buch ist herrlich!" rief Lucien mitTränen in den Augen, „und sie haben mir befohlen, es an-zugreifen." „Armer Junge, du ißt ein bitteres Brot!" sagte
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