Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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ihrem Geplauder und setzten sich auf einen der Diwane,die im Foyer des Vaudeville standen.

,,Hören Sie, lieber Freund," sagte Finot zu des Lupeaulx,,,sagen Sie mir die Wahrheit! Wird Lucien ernsthaft prote-giert? Denn er ist der Feind aller meiner Mitarbeiter ge-worden; und ehe ich ihre Verschwörung begünstige, wollteich mich mit Ihnen beraten, um zu hören, ob es nichtbesser ist, sie zu vereiteln und ihm zu nützen."

Hier sahen sich der vortragende Rat und Finot in einerkleinen Pause mit einem tiefen Blick an.

,,Wie, lieber Freund," erwiderte des Lupeaulx, „könnenSie glauben, daß die Marquise d'Espard, Chätelet und Frauvon Bargeton, die den Baron zum Präfekten der Charenteund zum Grafen gemacht hat, um im Triumph nach An-gouleme zurückzukehren, Lucien seine Angriffe verzeihenWerden? Sie haben ihn zur royalistischen Partei gebracht,um ihn zu vernichten. Jetzt sucheu sie alle Gründe, damitman dem Knaben verweigern kann, was man ihm ver-sprochen hat. Finden Sie welche! Dann werden Sie denbeiden Damen einen wichtigen Dienst geleistet haben:früher oder später werden sie sich daran erinnern. Ich binim Vertrauen dieser beiden Damen, sie hassen dieses Kerl-chen in einem Maße, das mich überrascht hat. Dieser Lu-cien hätte seine grausamste Feindin, Frau von Bargeton,loswerden können, wenn er seine Angriffe so lange fort-gesetzt hätte, bis sie seinen Bedingungen gefügig gewesenwäre; alle Frauen erfüllen sie gerne, Sie verstehen doch? Erist schön, er ist jung, er hätte diesen Haß in einem Stromvon Liebe ertränkt, er wäre Graf von Rubempre gewor-den, sein Stockfisch hätte ihm eine Stelle im Haushalt desKönigs und Sinekuren verschafft! Lucien wäre ein reizen-der Vorleser für Ludwig XVIII. Er hätte irgendwo Biblio-thekar, ein amüsanter vortragender Rat, Direktor irgend-welcher Hofbelustigungen werden können. Der Narr hat

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