sich, nehmen dieselbe Stellung ein und offenbaren den-selben Charakter. Diese Schriftsteller spielten einander imgeheimen tausend schlimme Streiche, um sich gegenseitigin den Augen der Machthaber zu schaden; jeder beschul-digte den andern, er wäre lau, und sie nahmen zu denniederträchtigsten Manövern ihre Zuflucht, um sich einesKonkurrenten zu entledigen. Die Liberalen hatten keinesolchen Gründe zu inneren Kämpfen, da sie von der Machtund ihren Annehmlichkeiten weit entfernt waren. Lucienhatte angesichts dieses unentwirrbaren Netzes von ehrgeizi-gen Manövern weder den Mut, das Schwert zu ziehen undden Knoten zu zerhauen, noch die Geduld, ihn allmählichaufzulösen; er konnte weder der Aretino noch der Beau-marchais noch der Freron seiner Zeit sein. In ihm lebtejetzt nur der einzige Wunsch: seine Ordonnanz zu haben;denn er sah ein, daß diese Standeserhebung ihm auch zueiner glänzenden Heirat verhelfen würde. Sein Glückwürde dann nur noch von einem Zufall abhängen, zu demihm seine Schönheit verhelfen würde. Lousteau, der ihmso viel Vertrauen gezeigt hatte, kannte sein Geheimnis,und der Journalist wußte also, wo der Dichter von An-gouleme tödlich zu treffen war; und so hatte EtienneLucien an dem Tag, wo Merlin mit ihm im Vaudevilleauf und ab ging, eine schreckliche Schlinge gelegt, worindieser Knabe sich fangen und zugrunde gehen mußte.„Da ist ja unser schöner Lucien," sagte Finot und tratmit des Lupeaulx heran. Er plauderte mit ihm, währendLucien, dessen Hand er mit täuschend nachgeahmterFreundschaftlichkeit drückte, dabei stand. „Ich kennekein Beispiel eines so schnellen Glückes, wie er es gemachthat," sagte er und bückte abwechselnd Lucien und den vor-tragenden Bat an. „In Paris gibt es zweierlei Glück: dasmaterielle Glück, das Geld, das jeder an sich reißen kann,und das moralische Glück, die Beziehungen, die Stellung,
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