Mann, der jung, schön, geistvoll und von ihnen verdorbenwar, es weit bringen mußte; daher waren ihnen alle Mittelgut genug, um ihn zu stürzen.
Einige Tage vor dem ersten Auftreten Coralies imGymnase ging Lucien Arm in Arm mit Hector Merlinim Foyer des Vaudeville auf und ab. Merlin schaltseinen Freund aus, daß er Nathan in der Sache mitFlorine beigestanden hätte.
„Sie haben sich Lousteau und Nathan beide zu Tod-feinden gemacht. Ich hatte Ihnen gute Ratschläge ge-geben, Sie haben sie aber nicht benutzt. Sie sind mit demLob verschwenderisch gewesen und haben Wohltaten umsich gestreut; Sie werden für Ihre guten Taten grausambestraft werden. Florine und Coralie werden auf der-selben Bühne nie gut miteinander auskommen: die einewird immer die andere übertreffen wollen. Sie haben nurunsere Zeitungen, die für Coralie eintreten können; Nathanverfügt außer dem Vorteil, den ihm sein Beruf als Ver-fasser von Stücken verschafft, in Theaterangelegenheitenüber die liberalen Zeitungen, und er steht viel länger imJournalismus als Sie."
Diese Worte sprachen Luciens geheime Befürchtungenaus, denn er fand weder bei Nathan noch bei Gaillard dieoffene Freundschaft, auf die er Anspruch zu haben glaubte;aber er konnte sich nicht beklagen, er war ja erst so neubekehrt! Gaillard ließ das Lucien deutlich fühlen, er sagteihm, die Neulinge müßten lange Zeit hindurch Pfändergeben, ehe ihre Partei ihnen ganz trauen könnte. DerDichter stieß in den Redaktionen der royakstischen undministeriellen Zeitungen auf eine Eifersucht, an die ernie gedacht hatte, auf jene nämlich, die zwischen allenMenschen ausbricht, wenn es irgendeine Pastete zu teilengibt: sie werden dann alle zu Hunden, die sich umeinen Knochen streiten, sie geben dasselbe Knurren von142