royalistischen Zeitungen los, in denen er das Amt derKritik mit Hector Merlin teilte. Jeden Tag feuerte ervon der Schanze des ,ReveiT all seinen Geist gegen seineFeinde ab und wurde dabei übrigens von Martainvilleunterstützt, der der einzige war, der ihm ohne Hinter-gedanken beistand, und den man nicht in das Geheimnisder Abmachungen einweihte, die mit allerlei Scherzen nachdem Trinken oder in den Holzgalerien bei Dauriat undhinter den Kulissen zwischen den Journalisten beider Par-teien, die die Kameradschaft heimlich verband, geschlossenworden waren. Wenn Lucien in das Foyer des Vaudevillekam, wurde er nicht mehr als Freund behandelt, nur dieLeute seiner Partei gaben ihm die Hand, während Nathan,Hector Merlin, Theodore Gaillard, ohne sich zu genieren,mit Finot, Lousteau, Vernou und andern solchen Jour-nalisten, die man alle gute Jungen nannte, auf vertrautemFuße standen. In dieser Zeit war das Foyer des Vaude-ville der Hauptplatz des Literaturklatsches, eine Art Bou-doir, in dem Leute aller Parteien, Politiker und Beamte,verkehrten. Wenn in irgendeinem amtlichen Bureau derPräsident einem untergebenen Kollegen gegenüber denTadel ausgesprochen hatte, er lasse seinen Talar hinterden Kulissen eines Theaters schleifen, so traf es sich wohl,daß sein Talar mit dem des Getadelten im Foyer desVaudeville zusammentraf. Lousteau reichte dort schließ-lich Nathan die Hand. Finot kam fast jeden Abend hin.Wenn Lucien Zeit hatte, ging er hin, um die Stimmungseiner Gegner kennen zu lernen, und der unglückliche jungeMann mußte stets eine unversöhnliche Kälte an ihnenbemerken.
Zu jener Zeit erzeugte der Parteigeist viel ernsthaf-tere Gehässigkeiten als heutzutage. Heutzutage hat sichschließlich alles in dem Getriebe durch eine zu große An-spannung der Federn gemildert. Heutzutage reicht die
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