seinen neuen Freunden zu dienen, waren keine Entschul-digungen für den neugebackenen Royalisten.
„Nathan ist von der Logik der Leidenschaft fortgerissen;aber dieser ,große Mann aus der Provinz', wie Blondet ihnnennt, folgt seinen Berechnungen," rief Bixiou.
So wurde denn das Verderben Luciens, dieses Eindring-lings, dieses Gernegroß, der alle Welt verschlingen wollte,einstimmig beschlossen und gründlich hin und her über-legt. Vernou, der Lucien haßte, versprach, im Kampf gegenihn nicht locker zu lassen. Um Lousteau die tausendTaler nicht zahlen zu müssen, klagte Finot Lucien an, erhabe ihn dadurch, daß er Nathan das Geheimnis derOperation gegen Matifat verriet, um einen Gewinn vonfünfzigtausend Franken gebracht. Nathan aber hatte aufden Rat Florinens dafür gesorgt, daß ihm Finots Bei-stand nicht verloren ging, und hatte ihm das Sechstelchenfür fünfzehntausend Franken verkauft. Lousteau, derseine tausend Taler verlor, verzieh Lucien diese unge-heure Schädigung seiner Interessen nicht. Die Wundender Eigenhebe werden unheilbar, wenn das Oxyd desGeldes in sie eindringt. Kein Ausdruck, keine Schilderungkann die Wut wiedergeben, die über die Schriftstellerkommt, wenn ihre Eigenliebe leidet, und ebenso über allesBeschreiben groß ist die Energie, die in dem Augenblicküber die Schriftsteller kommt, wo sie sich von den Gift-pfeilen des Spottes getroffen fühlen. Die, deren Energieund deren Widerstand durch den Angriff sofort gereiztwerden, unterhegen schnell. Die Ruhigen, deren Plan erstnach dem völligen Vergessen gemacht wird, dem ein be-leidigender Artikel schnell verfällt, entfalten den wahrenliterarischen Mut. So scheinen die Schwachen im erstenAugenblick die Starken zu sein; aber ihr Widerstanddauert nur eine Zeitlang. In den ersten vierzehn Tagenließ Lucien voller Wut einen Hagel von Artikeln in den138