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KURFÜRST PHILIPP KARL ZU MAINZ. 327
Suspension, das böhmische Quartier wurde gänzlich über-gangen. Herr von Prandau der Gesandte Böhmens wolltedesshalb sofort abreisen, ohne die Insinuation dieses Be-schlusses der Conclusen abzuwarten, allein das KurmainzerDirectorium beeilte di Insinuation derart, dass dieselbe amgleichen Tage erfolgte. Der Wiener Hof war über diese Hintan-setzung der böhmischen Kurstimme derart verletzt, dass er alsUrsache, sein Missvergnügen zu zeigen, in einem Circularrescriptbittere Klagen darüber führte, Kurmainz habe bei dem ()brist-hofkanzler (Trafen von Siuzendorf einen Brief ohne beigelegteAbschrift abgegeben. Das wollte Philipp Karl nicht aufsich beruhen lassen. Es erschienen: Chur-Mayntzische An-merkungen über das Königl. Ungarische Circular-Rescript.Darin war ausgeführt, dass die Königin nicht befugt ge-wesen, den bei dem Grafen von Sinzendorf durch einenCourier abgegebenen Brief zurückzuschicken, da sie ja selbstauf gleiche Weise ohne Abschrift durch Couriere undMinister Briefe zu Mainz abgeben lasse, obgleich doch dererste Kurfürst des Reichs mit gekrönten Häuptern gleichenRangs sei. Es erschien: Erleuterung des ActenmässigenUnterrichts, die Chur-Böhmische Wahl-Stimme betreffend.Darin wurde betont, Kurmainz habe wegen dieser Stimmenicht anders handeln können. Drohungen habe Marschalkvon Bellisle nicht gebraucht, auch sich gebührender Massengezeigt. Man habe sich nach den meisten Stimmen richtenmüssen, um das Wohl des Reichs zu wahren, auch nichtanders handeln können, ohne das Erzkanzleramt von demHause Oesterreich abhängig zu machen. Wie früher lagauch hier dem Kurfürsten seine Stellung als Kurfürst undReichskanzler näher als die Beziehungen zu Oesterreich.