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2 (1890) Schluss
Entstehung
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KURFÜRST PHILIPP KARL ZU MAINZ. 325

aber vorläufig bei dem Kurfürsten nichts. Philipp Karlals Vorsitzender des Kurfürstencollegs begrüsste den Mar-schalk Bellisle als ausserordentlichen Botschafter in seinemSchlosse zu Mainz und reichte demselben die Hand. Der Mar-schalk empfing den Kurfürsten in Mainz in seiner Wohnung,erwiderte diese Auszeichnung mit gleichem, erlaubte sichaber den Vortritt vor allen Fürsten wie der Gesandte einesHofes, von dem es allein abhänge, wem die Kaiserkronezu Theil werde.

Für Philipp Karl reifte nun die Frage, ob er schnödenUndank für die ihm erwiesenen Gnaden Oesterreichs zeigen,sich den andern Kurfürsten anschliessen, oder mit (»ester-reich Hand in Hand gehen sollte. Ersteres that er nicht,so sehr ihn seine Umgebung wohl dazu veranlasste, letzteresmusste ihm eine Unmöglichkeit erscheinen, da bei der Wahldurch die Mehrheit der Stimmen für Karl Albert dessenSieg von vornen herein so gut als sicher war; Frankreichzu trotzen war unmöglich. Der Krieg von i 734 hatte ihmOesterreichs unglaubliche Schwäche und Langsamkeit vorAugen geführt, auch war der Kurfürst viel zu sehr ge-wissenhafter Regent seiner Lande, um dasselbe einem An-griffe Frankreichs auszusetzen. War doch zu diesem Zweckebereits eine französische Armee von 40000 Mann bei FortsLouis und Philippsburg über den Rhein gegangen, umdeutlich zu zeigen, was bevorstehe. So gab denn PhilippKarl den Umständen nach und schloss am 4. Septemberzur Sicherung seines Kurstaates, der ihm gewiss am nächstenstand, mit Frankreich zu Frankfurt einen Vertrag, indemer dem Karl Albert seine Stimme bei der Wahl versprachund Frankreich die Sicherheit des Kurstaates zusicherte.