Druckschrift 
2 (1890) Schluss
Entstehung
Seite
309
Einzelbild herunterladen
 

KURFÜRST PHILIPP KARL ZU MAINZ. 30g

und Belgrad in der Nähe lagen. Als Besatzung lagen inVukovar ein Lieutenant mit vierzig Mann. Die Bewohnerselbst trieben Handel und Gewerbe. Der Ort hatte einkaiserliches Provianthaus und eine Mauthstelle, an der alleim Königreich verkauften Waaren Abgabe bezahlten. DasSchloss oder Castel auf dem Berg an der Donauseite wardamals bereits zerstört und unbewohnbar. 2 /)

Prinz Eugen hatte den i 7. April 1 734 Wien verlassenund kam über Heilbronn nach Waghäusel unweit der Reichs-feste Philippsburg, wo ein Theil der kaiserlichen und Reichs-armee lag. Mit dieser Macht den heranrückenden Franzosenentgegenzutreten, war bei deren LJebermacht unmöglich.Die Hauptmacht der Franzosen unter Marschall Herzogvon Berwick legte sich etwa 50 000 Mann stark vor Philipps-burg. Als Berwick über den Rhein ging, musste PrinzEugen mit seiner Macht sich zurückziehen. Am 23. Maibegann die Belagerung Philippsburgs. Ein Entsatz derFestung durch Prinz Eugen war bei dem stark verschanztenLager und der Macht der Franzosen unmöglich. Am 1 8. Juni1 734 g ul 8" Philippsburg über.

Mit Spannung hatte Philipp Karl die Lage Philipps-burgs verfolgt und wusste, dass seiner Residenz Mainz einähnliches Schicksal nahe lag. Als Prinz Eugen in Wag-häusel lag, hatte er einen Theil der Besatzung von Mainz,die aus kaiserlichen Truppen grösstenteils bestand und vonGraf Wallis befehligt ward, so sehr auch Philipp Karl am4. Mai 1 734 sich dagegen sträubte, herangezogen. Am 20.Juli1734 war ihm Philippsburgs Übergabe noch unbekannt.Er schrieb an diesem läge dem Prinzen Eugen, er habegehört, dass Philippsburg mit den Franzosen in Unterhand-