KURFÜRST JACOB VON TRIER 1567—1581. 295
Folge der französischen Occupation in Kraft.45) Trotz derNiederlage der Stadt Trier blieb derselben bei der Billigkeitund Milde der neuen Ordnung noch an Rechten genug;sichtlich blühte die Verwaltung auf, in Ruhe und Friedenlebten Stadtrath und Regierung neben einander seitan.
Im Jahre 1570 hatte Jacob die Niederlassung der Jesu-iten begründet, im Jahre 1580 führte er den Orden auch inCoblenz ein. Zur Aufnahme war das Kloster IL L. FrauenCistercienserordens ausersehen, welches nach der päpstlichenBulle vom 4. Mai 1580 auf die Rheininsel Niederwerth ver-legt werden sollte. Die Klosterfrauen weigerten sich, ihrealte Stätte zu verlassen, mussten aber weichen. Die voll-ständige Einrichtung des ]esuitencollegs und des damit ver-bundenen Gymnasiums erlebte Jacob nicht mehr, erst seinNachfolger beendet solche. 46 ) Jacob litt seit einer Reihe vonJahren am Podagra, auch verlor derselbe am 30. Juni 1578den Weihbischof Georg Virnenburg, seinen Stellvertreter,durch den Tod. Jacob verrichtete die Geschäfte des Weih-bischofs fortan selbst in der weiten Diözese. Kurfürst Jacobspendete trotz seines Alters am 19. August 1578 zu Vilmarbei Limburg für die Leute aus den Trierer Ämtern Limburg,Vilmar und Brechen die Firmung.* 60 ) Am Samstag vorTrinitatis 1581 den 28. Mai weihte Jacob in der Jesuiten-kirche zu Trier eine Anzahl junger Zöglinge zu Priesternund vollbrachte hinfällig und stets auf den Stab gestützt dielange dauernde Ceremonie in gewohnt-würdiger Weise. AchtTage darauf befiel ihn nach der Mahlzeit plötzliche Schwächeund Lähmung, nur kurze Zeit kehrten Sprache und Bewusst-sein zurück, welche Zeit Jacob zu frommen Betrachtungenund Gesprächen mit den Umstehenden benützte. In der