KURFÜRST JACOB VON TRIER 1567—1581. 2111
schriftlich vor. Der Kurfürst Hess den Abgeordneten nundurch den Rechtsgelehrten Johann Philipp Staud antworten,es müsse ihnen bekannt sein, welcher Schaden beiden Theilendurch den Ehrgeiz weniger anmassender Männer, die nuran ihren Yortheil dachten und das Gemeinwohl gering an-geschlagen, dadurch, dass die Sache vor die Gerichte ge-bracht worden, widerfahren und welche Beleidigungen demKurfürsten von den Trierern zugefügt worden seien. Dassdie Trierer jetzt endlich hierher kämen, um sich und dasIhrige der Gewalt des Kurfürsten zu übergeben und zuversprechen, dem kaiserlichen Urtheil sich zu fügen, sei ihrePflicht und ihm als Fürsten angenehm. Sie sollten sich nunnach Klause begeben, er werde bald nachfolgen und dasGemeinwesen der Stadt so ordnen, wie es recht und billigsei. Zugleich Hess Jacob die Abgeordneten zur Tafel ein-laden, nahm aber vor Beginn des Essens dieselben besondersin Beisein zweier Hofbeamten in sein Gemach und redeteso milde und herablassend mit denselben, dass Alle dieThränen nicht verhalten konnten. Jacob erklärte, er wisserecht gut, durch welche List und Umtriebe die Bürgerhintergangen worden, dass ihnen die Ansicht beigebrachtworden, wenn sie unter seine Herrschaft gekommen, würdensie übler fahren als alle Andern, gebeugt und gleichsam zuSclaven gemacht würden sie zu den niedersten Dienstenund Lasten des Erzstifts verwendet werden, was dazu geführthabe, ihn bei dem Volke verhasst zu machen. Sie möchtenaber reiflich erwägen, ob sie je von ihm hörten, dass eretwas Derartiges in einer Stadt oder Ortschaft angefangenoder versucht habe. Sie irrten sehr, wenn sie glaubten,er wisse nicht, wie man Bürger und freie Männer zu be-
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