Druckschrift 
2 (1890) Schluss
Entstehung
Seite
278
Einzelbild herunterladen
 

2 7 8

ANLAGEN. I.

Stellung durch den Stiftungsbrief der Trierer Niederlassungdieses Ordens am ig. April 1570. An diesem 'läge wieser denselben als Wohnung und Schulstätte das bisherigeKranziskanerkloster, welches er durch Tausch erwarb, undals Einkommen das St. Barbarakloster bei der Stadt, dasverfallene Kloster zum Wüstenbrühl im Amt Grimberg,den halben Hof zu Novil und eine Rente aus der AbteiSt. Maximin von 250 Goldgulden an, welches Einkommensich später auf 1000 Goldgulden steigerte. 21 )

Jacob hatte im Gegensatze zu manchen seiner Vor-gänger und den Genossen auf deutschen Bischofstühlenbei Antritt seiner Regierung die Priesterweihe längst em-pfangen. Seiner Überzeugung nach war er nur Kurfürst,weil er Priester war. Desshalb konnte er die Sache derPriester vom priesterlichen Standpunkte aus nicht in den altenVerhältnissen belassen. Die Folge war eine auf's Genauestedurchgeführte Visitation aller geistlichen Corporationen undPriester im Erzstift, die im Oberstift am 17. Juli 1569begann und trotz manchen Widerspruchs und 1 1 inweis auf Aus-nahmestellung von Corporationen so gründlich durchgeführtward, dass sogar die Comthure des Deutschordens derselbenunterworfen wurden. Auch hier leisteten die Jesuiten derSache den mächtigsten Vorschub.

Jacob ging seinen Genossen im Priesterstande durchwahre Frömmigkeit und Achtung der kirchlichen Gebräuchehierin voran. In der Fastenzeit 1 569 entbot er den ganzenTrierer Clerus nach Trier, der Weihe als Erzbischof beizu-wohnen. In der Charwoche bereitete sich Jacob auf's Sorg-fältigste unter geistlichen Uebungen und Entbehrungen aufdiesen Act vor, war allen seinen I lofleuten und Räthcn