das Innere eines Menschen, das erst gierig durchsuchtworden ist, mit tausend Streichen trifft. Dieser furchtbareGenuß, der düster und einsiedlerisch ist, wenn er ohneZeugen gekostet wird, ist wie ein Duell mit einem Ab-wesenden, der aus der Entfernung mit einer Federspulegetötet wird, wie wenn der Journalist eine Zauberkrafthätte, wie sie in den arabischen Märchen die Wünschederer erfüllt, die Talismane besitzen. Die Bosheit ist derGeist des Hasses, der der Erbe aller schlimmen Leiden-schaften des Menschen ist, wie die Liebe alle seine gutenEigenschaften in sich schließt. Und daher gibt es keinenMenschen, der nicht Geist hätte, wenn er sich rächt,ebenso wie es keinen gibt, dem Liebe nicht Wollust ver-leiht. Trotz der Leichtigkeit und Gewöhnlichkeit diesesGeistes ist er in Frankreich immer willkommen. DerArtikel Luciens mußte den Euf, den das Blatt wegenseiner Bosheit und Bösartigkeit genoß, auf den Gipfelbringen und tat es auch; er verwundete diese beidenHerzen, Frau von Bargeton, seine gewesene Laura, undden Baron du Chätelet, seinen Nebenbuhler, tödlich.
„Fahren wir ins Wäldchen spazieren, die Pferde sind ange-spannt und stampfen vor Ungeduld," sagte Coralie zu ihm;,,du darfst dich nicht totarbeiten." „Fahren wir bei Hectorvorbei, ich will ihm den Artikel über Nathan bringen. Wahr-haftig, die Zeitung ist wie die Lanze des Achilles, die dieWunden heilte, die sie geschlagen hatte," sagte Lucien,während er noch einige stilistische Änderungen vornahm.
Die zwei Liebenden fuhren los und zeigten sich jenemParis, das Lucien vor kurzem erst zurückgestoßen hatte,und das jetzt anfing, sich mit ihm zu beschäftigen, in ihremGlänze. Paris mit sich zu beschäftigen, wenn man erstbegriffen hat, was diese Stadt bedeutet, und wie schweres ist, in ihr etwas zu sein, das erfüllt den Menschen mitWonne, und Lucien war berauscht.62