^"igentum abtrat, ohne dagegen etwas einzuwenden zuöuden; dann ging er für ein Weilchen auf die Redaktion,schrieb rasch zwei Spalten hin und kehrte in die Rue de♦endöme zurück. Am nächsten Morgen zeigte es sich, daßuie Gedanken vom Tage vorher in seinem Kopfe gekeimtuatten, wie es mit allen Geistern geht, die voller Jugend-trische sind, und deren Gaben noch wenig benutzt wordens md. Lucien machte es Vergnügen, diesen neuen Artikelauszuarbeiten, er ging mit glühendem Eifer daran. Unterseiner Feder entstanden die Schönheiten, die der Wider-s Pruch gebiert. Er war witzig und ironisch, er erhob sichsogar zu neuen, feinen Bemerkungen über die Empfindung,die Idee und das Bild in der Literatur. Er war klug undgewitzt genug, daß er, als er daranging, Nathan zu loben,seine ersten Eindrücke wiederfand, die er bei der Lektüredes Buches in jenem Lesekabinett gehabt hatte. Auseinem scharfen und herben Kritiker, aus einem lustigenSpötter verwandelte er sich in den Schlußsätzen in einenDichter, und dieser poetische Abschnitt am Schluß hatteeinen so majestätischen Schwung wie ein duftendes Weih-rauchgefäß vor dem Altar.
,,Hundert Franken, Coralie!" sagte er und wies auf dieacht Blätter Papier, die er beschrieben hatte, während siesich ankleidete. In dem Schwung, in dem er gerade war,schrieb er nun gleich langsam und bedächtig den schreck-lichen Artikel, den er Blondet gegen Chätelet und Frauv on Bargeton in Aussicht gestellt hatte. Er kostete an die-sem Vormittag eine der stärksten geheimen Wonnen desJournalisten, die Bosheit zuzuspitzen, ihre kalte Klinge,die im Herzen des Opfers ihre Scheide finden soll, blank zuPutzen, und den Griff für das Publikum zu schmücken. DasPublikum bewundert die witzige Arbeit dieses Dolches, esmerkt keine Bosheit, es weiß nicht, daß die Schärfe des" itzwortes von der Rache zugespitzt ist, daß der Dolch
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