Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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oder Rubempre oder vielleicht auch allen dreien rechtgeben! Die Mythologie, die sicher eine der größten Er-findungen der Menschheit ist, hat die Wahrheit auf denGrund eines Brunnens verwiesen; braucht man nichtEimer, um sie herauszuholen? Du gibst dem Publikumdrei für einen. Da hast du, was du brauchst, meinJunge, und nun los!"

Lucien war wie betäubt, Blondet küßte ihn auf beid<»Backen und verabschiedete sich: „Ich gehe in meine Bude."

Alle gingen sie nun in ihre Buden. Für diese ,starken"Männer war die Zeitung nur eine Bude. Sie wollten sichalle am Abend in den Holzgalerien wiedersehen, wo Lucienseinen Vertrag mit Dauriat unterzeichnen sollte. Florineund Lousteau, Lucien und Coralie, Blondet und Finotdinierten im Palais Royal, wo du Bruel dem Direktor desPanorama Dramatique ein Diner gab.

„Sie haben recht," rief Lucien, als er mit Coralie alleinwar, „die Menschen dürfen in den Händen der Starkennur Mittel sein. Vierhundert Franken für drei Artikel!Doguereau wollte mir kaum so viel für ein Buch geben, zudem ich zwei Jahre Arbeit gebraucht habe." „SchreibeKritiken," versetzte Coralie, „und amüsiere dich. Bin ichnicht heute abend in Andalusien und morgen eine Zigeu-nerin und an einem andern Tag ein Mann? Mach es wieich. Gib ihnen Grimassen für ihr Geld und laß uns glück-lich sein."

Dieses paradoxe Wort gefiel Lucien, und er ließ seinenGeist auf diesen launigen Maulesel, den Sohn von Pegasusund Bileams Eselin, steigen. Während seines Spaziergangesim Wäldchen galoppierte er so auf den Gefilden des Ge-dankens und entdeckte in der These Blondets originelleSchönheiten. Er dinerte, wie es glückliche Menschen tun,unterzeichnete bei Dauriat einen Vertrag, durch den erihm das Manuskript der ,Margueriten' zu unbeschränktem

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