Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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ausrufen: .Welche Irrtümer und Verhüllungen der Wahr-heit bei unserm Kollegen! Und warum? Um ein so schönes'»erk herabzusetzen, das Publikum zu täuschen und zuder Schlußfolgerung zu kommen: ein Buch, das gut ge-kauft wird, ist unverkäuflich! Proh Pudor!' Schrei: Proht udor! Dieser biedere Fluch nimmt den Leser gefangen.Proklamiere schließlich den Verfall der Kritik! Schluß-folgerung: ,Es gibt nur eine einzige Literatur: die Unter-naltungsliteratur. Nathan hat einen neuen Weg einge-schlagen, er versteht seine Zeit und entspricht ihren Be-dürfnissen. Das Bedürfnis der Zeit ist das Drama. DasJJrama ist der Wunsch eines Jahrhunderts, in dem diePolitik ein unaufhörliches Mimodrama ist. Haben wirnicht', fragst du, ,in zwanzig Jahren die vier Dramen derDevolution, des Direktoriums, des Kaiserreichs und derRestauration aufhören sehen?' Von da kommst du ganzv on selbst in die überschwenglichsten Lobeserhebungen,und die zweite Auflage ist weg. Nämlich so: Am nächstenSonnabend schreibst du einen Bogen in unserer Zeitschriftund unterzeichnest den Artikel mit deinem vollen Namenv on Rubempre. In diesem letzten Artikel sagst du: ,Es istdas Eigentümliche schöner Bücher, daß sie tiefgehendeDiskussionen hervorrufen. In dieser Woche hat das unddas Blatt das und das über das Buch von Nathan gesagt,das und das andere hat ihm lebhaft erwidert.' Du kritisierstdie beiden Kritiken C. und L., du sagst mir im Vorüber-S e hen ein freundliches Wort über den ersten Artikel, denich in den ,Debats' gebracht habe, und du sagst am Schluß,•das Buch Nathans sei das schönste Buch der Zeit'. Dasist gerade so viel, wie wenn du nichts gesagt hättest. Mansa gt das von allen Büchern. Dabei hast du in einer Wochev ierhundert Franken verdient und hast überdies noch dasy ergnügen, an irgendeiner Stelle die Wahrheit gesagt zuna oen. Gescheite Menschen werden entweder C. oder L.

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