Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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teidigen; aber Artikel werden heute gelesen und sind mor-gen vergessen; das Zeug ist in meinen Augen nicht mehrwert, als daß man es bezahlt. Wenn Sie auf solche Dumm-heiten Wert legen, dann bekreuzen Sie sich wohl und rufenden heiligen Geist an, bevor Sie einen Prospekt schreiben!"

Alle schienen erstaunt, bei Lucien Skrupel zu finden,und es gelang ihnen schließlich, seine unschuldige Kinder-toga in Stücke zu reißen und ihm das Mannesgewand desJournalisten anzuziehen.

„Weißt du, mit welchem Wort sich Nathan getröstethat, nachdem er deinen Artikel gelesen hatte?" fragteLousteau. „Wie soll ich es wissen?" „Nathan hat ge-rufen: ,Die kleinen Artikel sind vergänglich, die großenWerke bleiben!' Dieser Mann kommt in zwei Tagen hier-her zum Souper, er muß vor dir niederfallen, deinen Fußküssen und dir sagen, du seiest ein großer Mann." „Daswäre komisch," rief Lucien. „Komisch!" versetzte Blon-det, „es ist nötig." „Liebe Freunde, ich will schon," sagteLucien, der ein wenig bezecht war. „Aber wie soll ich esanstellen?" „Nun," sagte Lousteau, „schreibe für dasBlatt Merlins drei schöne Spalten, worin du dich selbstwiderlegst. Nachdem wir uns an der Wut Nathans ge-weidet haben, sagen wir ihm, daß er uns bald für die ge-drängte Polemik Dank wissen soll, vermittelst welchersein Buch in acht Tagen vergriffen sein wird. Vorläufigbist du in seinen Augen ein Spion, ein Hundsfott, einSchlingel; übermorgen wirst du ein großer Mannn, einstarker Geist, ein Mann Plutarchs sein! Nathan wird dichals seinen besten Freund umarmen. Dauriat ist gekommen,du hast drei Scheine von tausend Franken: der Streich istgelungen. Nun bedarfst du der Achtung und der Freund-schaft Nathans. Der Hereingefallene darf nur der Buch-händler sein. Nur unsere Feinde dürfen wir hinschlachtenund verfolgen. Wenn es sich um einen Mann handelte,

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