Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
55
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richturig nicht festzulegen. In der Bude Hectors, dessen"latt zum rechten Zentrum gehört, kannst du mit einem■* zeichnen. Zum Angriff ist man anonym, aber es siehtsehr gut aus, wenn man das Lob unterzeichnet." „DieUnterschriften stören mich nicht," sagte Lucien; „aberich weiß nichts zugunsten des Buches zu sagen." „Durenkst also so, wie du geschrieben hast?" fragte HectorLucien. „Ja." „Ach, mein Lieber," sagte Blondet, „ichhielt dich für stärker! Wahrhaftig, mein Ehrenwort!Wenn ich deine Stirne ansah, dachte ich, du hättest eineAhmacht wie die großen Geister, die alle stark genug ge-baut sind, um jedes Ding in seiner zwiefachen Gestalt zusehen. Junger Freund, in der Literatur hat jede Idee ihreVorderseite und ihre Rückseite: niemand kann mit Be-stimmtheit sagen, welches ihre Vorderseite ist. Alles aufdem Gebiete des Gedankens hat zwei Seiten. Die Ideensind paarig. Janus ist die mythische Gestalt der Kritikund das Symbol des Geistes. Nur Gott ist dreieckig!Was anders stellt Moliere und Corneille so hoch über alle,als daß sie die Gabe besitzen, Alceste ,ja' und Philinte,Octave und Cinna ,nein' sagen zu lassen. Rousseau hat inseiner ,Neuen Heloise' einen Brief für und einen gegendas Duell geschrieben, wagst du es zu sagen, welches seinewahre Meinung war? Wer von uns kann zwischen Clarissaund Lovelace, zwischen Hector und Achilles entscheiden?"elcher ist der Held Homers? Was war die AbsichtKichardsons? Die Kritik muß die Werke von ihren sämt-lichen Seiten betrachten. Kurz, wir sind große Bericht-erstatter." „Sie legen also Wert auf das, was Sie schreiben?"fragte ihn Vernou mit spöttischer Miene. „Aber wir trei-ben mit unsern Sätzen Handel und leben von diesem Ge-schäft. Wenn Sie ein großes, schönes Werk schreiben, einBuch, dann können Sie Ihre Gedanken und Ihre Seelehineinlegen, sich damit verbunden fühlen und es ver-