Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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ein Bedauern darüber, daß sie Lucien verstoßen hatte?Diese Frage beschäftigte den Dichter; als er die Corinnavon Angoulerne sah, verspürte er im Herzen wieder wiean dem Tage, wo er der Verachtung dieses Weibes undihrer Cousine in den Champs Elysees ausgesetzt gewesenwar, das Verlangen, sich zu rächen.

,,Haben Sie, als Sie aus Ihrer Provinz kamen, einAmulett mitgebracht?" fragte Blondet, als er einige Tagespäter gegen elf Uhr bei Lucien eintrat, der noch nichtaufgestanden war. „Seine Schönheit", sagte er zu Co-ralie, die er auf die Stirn küßte, „richtet vom Keller biszum Dachboden, in den Tiefen und auf den Höhen Ver-heerungen an. — Ich muß Sie requirieren, mein Lieber,"sagte er und schüttelte dem Dichter die Hand; „gestern,in der Italienischen Oper, verlangte die Gräfin von Mont-eornet, daß ich Sie ihr vorstelle. Sie werden doch eineentzückende junge Frau, bei der Sie die Elite der großenWelt finden, nicht abweisen." „Wenn Lucien nett ist,"sagte Coralie, „wird er nicht zu Ihrer Gräfin gehen. Wastut er in der vornehmen Gesellschaft? Er würde sich lang-weilen." „Wollen Sie ihn gefangenhalten?" fragte Blon-det. „Sind Sie auf die vornehmen Frauen eifersüchtig?"„Ja," rief Coralie, „sie sind schlimmer als wir." „Woherweißt du das, mein Kätzchen?" fragte Blondet. „Vonihren Männern," erwiderte sie. „Vergessen Sie nicht, daßich ein halbes Jahr Marsays Geliebte war." „Glauben Sie,mein Kind," sagte Blondet, „daß mir viel daran liegt,einen Mann, der so schön ist wie der Ihre, bei Frau vonMontcornet einzuführen? Wenn Sie es nicht wollen, istes, als ob ich nichts gesagt hätte. Aber es handelt sich,glaube ich, weniger um Frauen, als vielmehr darum, Lucienzu Frieden und Erbarmen gegen einen armen Teufel, derdie Zielscheibe seines Blattes ist, zu bestimmen. DerBaron du Chätelet ist albern genug, Zeitungsartikel ernst

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