„Die ,Margucriten' also gehören mir," sagte der Verleger;„aber Sie werden niemals mehr eines meiner Bücher an-greifen?" „Die ,Margueriten' gehören Ihnen; aber ich kannfür meine Feder keine Verpflichtungen eingehen, sie gehörtmeinen Freunden, wie die ihrige mir." „Aber Sie werdenja doch einer meiner Autoren. Alle meine Autoren sindmeine Freunde. Sie werden also meine Geschäfte nichtmehr schädigen, ohne mich vor dem Angriff zu warnen,damit ich ihm zuvorkommen kann." „Abgemacht." „AufIhren Ruhm!" sagte Dauriat und hob sein Glas. „Ichsehe wohl, Sie haben die ,Margueriten' gelesen," sagteLucien.
Dauriat ließ sich nicht aus der Fassung bringen.
„Kleiner Freund, wenn ein Buchhändler die ,Margueri-ten' kauft, ohne sie zu kennen, ist das die schönste Schmei-chelei, die er zu vergeben hat. Binnen einem halben Jahresind Sie ein großer Dichter; Sie werden Artikel haben, manfürchtet Sie, ich brauche nichts dazu zu tun, um Ihr Buchzu verkaufen. Ich bin heute derselbe Geschäftsmann wievor vier Tagen. Ich habe mich nicht verändert, aber Sie:in der vorigen Woche waren Ihre Sonette für mich Kohl-blätter; heute sind sie durch die Stellung, die Sie sich er-obert haben, zum Rang eines Delavigne emporgerückt."„Also," sagte Lucien, den das Sultansvergnügen, eineschöne Geliebte zu haben, und die Gewißheit seines Er-folges zum Spott aufgelegt und entzückend frech machten,„wenn Sie meine Sonette nicht gelesen haben, so haben Siemeinen Artikel gelesen." „Gewiß, mein Freund, wäre ichsonst so rasch gekommen? Er ist leider sehr schön, dieserschreckliche Artikel. Ah! Sie haben ein großes Talent,mein Bursche. Folgen Sie mir, nutzen Sie Ihre Zugkraftaus," fügte er mit einer Gutmütigkeit hinzu, die die starkeUnverschämtheit des Wortes verhüllte. „Aber haben Siedas Blatt bekommen, haben Sie es gelesen?" „Noch nicht,"
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