glauben, junges Fräulein, daß dieser Mann, der wie einjunges Mädchen aussieht, ein Tiger mit ehernen Klauenist, der einem den guten Namen zerreißt, wie er IhrenMorgenrock zu zerreißen imstande ist, wenn Sie ihn nichtschnell genug abnehmen."
Und er fing zu lachen an, ohne seinen Spaß zu vollenden.
„Kleiner," fuhr er fort und setzte sich zu Lucien ...Er unterbrach sich und sagte zu Coralie: „Mein Name istDauriat."
Der Buchhändler hielt es für nötig, seinen imponierendenNamen zu nennen, da er fand, daß Coralie ihn nicht so,wie er es gewohnt war, empfing.
„Haben Sie gefrühstückt, Herr Dauriat? Wollen Sieuns Gesellschaft leisten?" fragte die Schauspielerin. „Sehrgern. Bei Tisch plaudert es sich besser," erwiderte Dauriat.„Überdies erlange ich, wenn ich Ihr Frühstück annehme,das Recht, Sie mit meinem Freund Lucien zum Diner ein-zuladen, denn wir müssen jetzt Freunde werden wie dieHand und der Handschuh." „Berenice! Austern, Zitronen,frische Butter und Champagner!" rief Coralie. „Sie sindklug genug, zu wissen, was mich herführt," begann Dau-riat und blickte Lucien an. „Sie sind gekommen, um mirmeine Sonettensammlung abzukaufen?" „Ganz richtig,"antwortete Dauriat. „Legen wir also vor allem beide dieWaffen nieder."
Er nahm ein elegantes Portefeuille aus der Tasche,legte dreitausend Franken auf einen Teller, überreichtesie Lucien mit einer höfischen Miene und sagte: „Ist derHerr nun zufrieden?" „Ja," erwiderte der Dichter, derbeim Anblick dieser unerhofften Summe eine ungekannteSeligkeit verspürte. Er hielt sich zurück, aber er hatteLust zu singen, herumzuspringen, er glaubte an AladinsWunderlampe, an Zauberer; er glaubte endlich an seinGenie.
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