Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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versetzte Lucien, „und doch ist es das erstemal, daß ichein größeres Prosastück veröffentliche; Hector wird eswohl in meine Wohnung nach der Rue Charlot geschickthaben." „Hier, lies! ..." sagte Dauriat und ahmte Talmaim Manlius nach. Lucien nahm das Blatt, aber Coralie ent-riß es ihm. „Mir gehört die Jungfernschaft Ihrer Feder,Sie wissen doch noch?" sagte sie lachend.

Dauriat war überaus schmeichlerisch und geschmeidig;er fürchtete Lucien und lud ihn also mit Coralie zu einemgroßen Diner ein, das er gegen Ende der Woche den Jour-nalisten gab. Er nahm das Manuskript der .Margueriten'gleich mit und sagte seinem Dichter, er sollte, wenn erwollte, in den Holzgalerien vorsprechen, um den Vertrag zuunterzeichnen, den er bereithalten würde. Immer im Stilder königlichen Manieren, mit denen er oberflächlichenMenschen zu imponieren und mehr als Mäcen wie als Buch-händler zu wirken versuchte, ließ er die dreitausend Fran-ken da, ohne eine Empfangsbestätigung mitzunehmen,lehnte vielmehr die Quittung, die Lucien ihm anbot, miteiner unbekümmerten Geste ab, küßte Coralie die Handund ging.

„Sage nun selbst, Geliebter, hättest du von diesen Lap-pen viel gesehen, wenn du in deinem Loch in der Rue deCluny geblieben wärst und in deinen alten Schmökernm der Bibliotheque Sainte-Genevieve studiert hättest?"fragte Coralie Lucien, der ihr seine ganze Geschichte er-zählt hatte. „Deine Freunde aus der Rue des Quatre-Vents scheinen wahrhaftig rechte Gimpel zu sein!"

Seine Freunde vom Zirkel wurden Gimpel genannt!Und Lucien hörte dieses Urteil lachend mit an. Er hatteseinen Artikel gedruckt gesehen, hatte die unsäglicheFreude der Schriftsteller gekostet, den ersten Genuß derEigenliebe, der dem Geist nur ein einziges Mal in dieserWeise wohl tut. Als er seinen Artikel wieder und wiederv 49