Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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wütete gegen Finot, der ihm aber ruhig sagte, er hätte dirsein Blatt verkauft. Ich nahm ihn beiseite und flüsterteihm die Worte ins Ohr: ,Die .Margueriten' kommen Sieteuer zu stehen! Ein talentvoller Mensch kommt zu Ihnen,und Sie schicken ihn weg, wenn wir ihn mit offenen Armenaufnehmen.'" „Dauriat wird von dem Artikel, den wireben gehört haben, niedergeschmettert sein," sagte Lou-steau zu Lucien. „Du siehst jetzt, mein Junge, was eineZeitung ist. Deine Rache ist gut im Gange! Der BaronChätelet hat heute morgen nach deiner Adresse gefragt;es gab heute einen blutigen Artikel gegen ihn; dem Exgeckist sehr unwohl, er ist ganz verzweifelt. Du hast dasBlatt nicht gelesen? Der Artikel ist lustig. Sieh hier: ,DerLeichenzug des Reihers, den sein Stockfisch beweint'.Frau von Bargeton wird in der Gesellschaft nur noch derStockfisch oder das Fischbein genannt, und Chätelet istnur noch der Baron Reiher."

Lucien nahm das Blatt und konnte das Lachen nichtverbeißen, als er dieses kleine Meisterstück der Bosheit,das Vernou verfaßt hatte, las.

„Sie werden kapitulieren," sagte Hector Merlin.

Lucien beteiligte sich in vergnügter Stimmung an derAbfassung einiger Scherze und Witze, mit der man dieRedaktionstätigkeit für heute beschloß. Man rauchte undplauderte, erzählte die Vorfälle des Tages, unterhielt sichüber kleine Lächerlichkeiten der Kollegen oder etlicheneue Einzelheiten zur Beleuchtung ihres Charakters. DieseUnterhaltung, die überaus spottlustig, witzig und boshaftgeführt wurde, unterrichtete Lucien über die Sitten undPersonalien der Literatur.

„Während man das Blatt setzt," sagte Lousteau, „willich mit dir herumgehen, dich in den Theatern, die duzu besuchen hast, mit den Kontrolleuren und hinter denKulissen bekanntmachen; dann suchen wir Florine und

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