Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

sagte kein Wort, nahm das Manuskript und stürzte dieTreppe hinunter.

„Was kommt ihn an?" rief Luoien. „Er trägt deinenArtikel in die Druckerei!" erwiderte Hector Merlin; „er istein Meisterwerk, von dem nichts wegbleiben darf, und demkeine Zeile hinzugesetzt zu werden braucht." „Man mußdir nur den Weg zeigen!" sagte Lousteau. „Ich möchtedas Gesicht sehen, das Nathan morgen macht, wenn erdas liest," sagte ein anderer Redakteur, auf dessen Mieneeine frohe Genugtuung zu lesen war. „Man muß IhrFreund sein," sagte Hector Merlin. „Es ist also gut?"fragte Lucien lebhaft. „Blondet und Vignon wird es übelzumute werden," meinte Lousteau. „Hier habe ich", fingLucien wieder an, „einen kleinen Artikel, den ich für euchgeschrieben habe, und der, wenn er Erfolg hat, eine Serieähnlicher Stücke nach sich ziehen kann." „Lies es unsvor," sagte Lousteau.

Lucien las ihnen nun einen der köstlichen Artikel, diedas Glück dieses kleinen Blattes machen sollten, in denener in zwei Spalten einen kleinen Zug des Pariser Lebens,eine Gestalt, einen Typus, einen gewöhnlichen Vorgangoder irgendeine Absonderlichkeit schilderte. Dieses Probe-stück, das ,Die Passanten von Paris' hieß, war in derneuen und originellen Manier geschrieben, in der der Ge-danke sich aus dem Aneinanderprallen der Worte ergab,in der das Klirren der Adverbien und der Adjektive dieAufmerksamkeit wachrief. Dieser Artikel unterschied sichvon dem ernsten und tiefen über Nathan ebensosehr wieMontesquieus ,Perserbriefe' von seinem .Geist der Gesetze'.

„Du bist ein geborener Journalist," sagte Lousteau zuihm. „Das kommt morgen. Mache davon, so viel duwillst." „Hört," sagte Merlin, „Dauriat ist wütend über diebeiden Kartätschen, die wir ihm in den Laden geschossenhaben. Ich komme eben von ihm; er wetterte Flüche er

40