berühmten Toten an den Kopf. Nun gehst du dazu über,darzutun, daß in unsern Tagen eine neue Literatur ent-steht, die den Dialog — die leichteste aller literarischenFormen — und Beschreibungen, die ein Ersatzmittel fürsDenken sind, zu ausgiebig anwendet. Du hältst die Romanevon Voltaire, Diderot, Sterne, Lesage, die so konkret, soeindringlich sind, dem modernen Roman entgegen, in demsich alles in Bildern ausdrückt, und den Walter Scottoft in ein Drama verwandelt hat. Er ist eine Literatur-gattung, in der nur der Erfinder Platz hat. Du sagst:,Der Roman ä la Walter Scott ist eine Abart, aber keinSystem.' Du wetterst gegen diese unheilvolle Abart, inder man die Ideen verdünnt, in der sie in Trivialitätenausgemünzt werden, gegen diese Abart, die niemandemunzugänglich ist, in der jeder ohne viel Unkosten Schrift-steller werden kann, und schließlich nennst du diese Abartdie Bilderliteratur. Nun wendest du diese Argumentationgegen Nathan an, indem du zeigst, daß er ein Nachahmerist und nur scheinbar Talent hat. Der große, gedrängteStil des achtzehnten Jahrhunderts fehlt seinem Buch, duzeigst, daß sein Verfasser die Ereignisse an die Stelle derEmpfindungen gesetzt hat. Die Bewegung ist nicht dasLeben, ein Bild ist keine Idee! Gib recht viele Sentenzender Art von dir, das Publikum wiederholt sie. Das Werkalso erscheint dir trotz seiner Verdienste verhängnisvollund gefährlich, es öffnet der Menge die Pforten des Ruhmes-tempels, und in der Ferne läßt du ein ganzes Heer kleinerSchriftstellerlein auftauchen, die sich beeilen, diese Form,die so überaus leicht ist, nachzuahmen. Hier kannst dudich donnernden Klagen über den Verfall des Geschmacksüberlassen und findest Gelegenheit, das Lob der HerrenEtienne, Jouy, Tissot, Gosse, Duval, Jay, Benjamin Con-stant, Aignan, Baour-Lormian, Villemain einzuschmuggeln,der Koryphäen der bonapartistisch-liberalen Partei, unter
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