Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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zum Blatt gehört," sagte Lousteau. „Ja," erwiderte Dau-riat, „ich habe seinen Artikel gelesen und, wohlverstanden,in seinem eigenen Interesse lehne ich ihm die ,Margueriten'ab. Jawohl, mein Herr, ich werde Ihnen in sechs Monatenvon heute ab mehr Geld für die Artikel, die ich bei Ihnenbestellen werde, gegeben haben als für Ihre unverkäuflichePoesie!" „Und der Ruhm?" rief Lucien aus.

Dauriat und Lousteau lachten.

„Alle Wetter," sagte Lousteau, „das bewahrt sich Illu-sionen." „Der Ruhm," ließ sich Dauriat vernehmen,„der ist zehn Jahre Ausdauer und hunderttausend Fran-ken Verlust oder Gewinn für den Buchhändler. Wenn SieXarren finden, die in einem Jahr Ihre Gedichte drucken,werde ich in Ihrer Achtung steigen, nachdem Sie dasResultat ihrer Unternehmung gesehen haben." „HabenSie das Manuskript da?" fragte Lucien kühl. „Hier ist es,mein Freund," erwiderte Dauriat, dessen Manieren Luciengegenüber schon auffallend freundlich geworden waren.

Lucien nahm die Rolle, ohne nachzusehen, in welchemZustand der Bindfaden war, so sehr hatte Dauriat denAnschein, die ,Margueriten' gelesen zu haben. Er warweder bestürzt noch unzufrieden, als er mit Lousteauhinaustrat. Dauriat begleitete die beiden Freunde in denLaden und sprach von seinem und Lousteaus Blatt.Lucien spielte nachlässig mit dem Manuskript der ,Mar-gueriten'.

„Du glaubst, daß Dauriat deine Sonette gelesen hatoder sie hat lesen lassen?" sagte ihm Etienne ins Ohr.>>Ja," sagte Lucien. „Sieh dir das Siegel an."

Lucien erblickte Tinte und Bindfaden im Zustand voll-kommener Verbindung.

„Welches Sonett hat Ihnen besonders gefallen?"' sagteLucien zu dem Buchhändler, bleich vor Zorn und Wut.„Sie sind alle bemerkenswert, mein Freund," sagte

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