Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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dir nützlich sein. Außerdem, muß ich gestehen, wäre esmir unmöglich, ohne dich zu leben.'

Die Sanftmut dieses armen Mannes, der in dem Augen-blick, wo er der Glücklichste zu sein glaubte, um seinganzes Glück gebracht war, rührte Luden herzlich, abernicht Coralie.

„Komm, armer Musot, komm, so oft du willst," sagtesie, „ich werde dich lieber haben, wenn ich dich nichtbetrüge."

Camusot schien zufrieden, daß er nicht aus seinemirdischen Paradies verjagt wurde, wo ihm freilich Leidenbevorstanden, worin er aber hoffte, später wieder m alleseine Rechte eingesetzt zu werden, da er auf die Zufalledes Pariser Lebens und auf die Verführungen baute, denenLucien ausgesetzt sein würde. Der alte, geriebene Kauf-mann dachte, früher oder später würde sich so ein schönerjunger Mann Treulosigkeiten erlauben, und, um ihm auf-zulauern, um ihn vor Coralie zu verderben, wollte er beiderFreund bleiben. Diese Feigheit der echten Leidenschafterschreckte Lucien. Camusot lud sie zu Very im PalaisRoyal zum Diner ein, und man nahm es an.

„Was für ein Glück!" rief Coralie, als Camusot wegwar;„nichts mehr von der Dachkammer im Quartier latm, dubleibst hier, wir verlassen uns nicht; du nimmst, um denSchein zu wahren, eine kleine Wohnung in der Rue Charlot,und dann sei's gewagt!"

Wild fing sie an, ihren spanischen Tanz zu tanzen, einezügellose Leidenschaft lag darin.

„Ich kann, wenn ich tüchtig arbeite, fünfhundertFranken monatlich verdienen," sagte Lucien. „Genauebensoviel habe ich am Theater, ohne die Spielgage zurechnen. Camusot wird mir immer noch die Kleider lie-fern, er liebt mich! Mit fünfzehnhundert Franken imMonat leben wir wie Krösusse." „Und die Pferde, der

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