machen lassen." „Oh!" rief Coralie, „wie ist das echteRue des Bourdonnaia, jemanden nach der Adresse einesHandwerkers zu fragen! Wollen Sie Schuhwerk wie einjunger Mann tragen? Sie würden sich hübsch ausnehmen!Behalten Sie doch Ihre Stulpenstiefel, wie sie sich füreinen gesetzten Mann gehören, der Frau, Kinder und Ge-liebte hat." „Trotzdem würde mir der junge Herr einengroßen Dienst erweisen, wenn er einen seiner Stiefel aus-ziehen wollte," sagte Camusot hartnäckig. „Ich könntesie ohne einen Stiefelanzieher nicht wieder anbekommen,"sagte Lucien und wurde rot. „Berenice kann einen holen.Es kann nichts schaden, wenn einer da ist," antworteteCamusot mit einer ingrimmig spöttischen Miene. „PapaCamusot," sagte Coralie und warf ihm einen Blick derstärksten Verachtung zu, „haben Sie doch den Mut IhrerFeigheit! Sagen Sie doch alles, was Sie denken. Sie finden,die Stiefel des Herrn sehen gerade so aus wie meine? —Ich verbiete Ihnen, Ihre Stiefel auszuziehen," sagte siezu Lucien. „Ja, Herr Camusot, jawohl, die Stiefel sindgenau die nämlichen wie die, die jüngst vor meinemKamin standen, und sie gehörten dem Herrn, der hier imNebenzimmer versteckt war und hier die Nacht zugebrachthat. Nicht wahr, das denken Sie? Denken Sie es, ich willes. Es ist die reine Wahrheit. Ich betrüge Sie. Und wasweiter? Es beliebt mir so!"
Sie setzte sich, ohne Zorn und mit der ruhigsten Mienevon der Welt, und betrachtete Camusot und Lucien, diees nicht wagten, einander anzusehen. ^
„Ich glaube nicht, was Sie wollen, daß ich glaube,^sagte Camusot. „Scherzen Sie nicht, ich habe unrecht.„Entweder bin ich eine elende Dirne, die in einem Augen-blick Lust nach dem jungen Herrn bekommen hat, oderich bin ein armes, unglückliches Geschöpf, das zum ersten-mal-die wahre Liebe verspürt hat, nach der alle Frauen
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