Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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geschlossen, fiel in großen Falten herunter und saß ihrso schlecht, daß man bei ihrem Anblick an einen Grenz-pfahl denken mußte. Sie war sehr kränklich, ihre Backenhatten einen fast violetten Ton, und die Finger an ihrenHänden sahen wie Würste aus. Diese Frau erklärte Lucienmit einemmal, warum Vernou in seinem Verkehr mit derWelt einen so gedrückten Eindruck machte. Er litt unterseiner Ehe, hatte nicht die Kraft, Frau und Kinder zuverlassen, aber war Dichter genug, um immer davon ge-quält zu werden, und ärgerte sich in dieser Stimmung überjeden Erfolg, den ein anderer hatte; er mußte mit allemunzufrieden werden, weil er unzufrieden mit sich war.Lucien verstand nun den scharfen Ausdruck, der die nei-dischen Mienen dieses Mannes fast wie zu Eis machte, dieBitterkeit der Repliken, die dieser Journalist gab, all dieHerbheit seiner Sprache, die immer spitzig war und wieein Dolch zustieß.

„Gehen wir in mein Arbeitszimmer," sagte Felicien undstand auf, „es handelt sich jedenfalls um literarische An-gelegenheiten." „Ja und nein," versetzte Lousteau. „AlterFreund, es handelt sich um ein Souper." „Ich wollte Sie",sagte Lucien, „im Namen Coralies bitten ..."

Hier hob Frau Vernou den Kopf in die Höhe.

„... heute über acht Tage mit uns zu soupieren," fuhrLucien fort. „Sie finden die Gesellschaft bei ihr, die Siebei Florine getroffen haben, und dazu noch Frau du Val-Noble, Merlin und etliche andere. Wir werden spielen."„Aber, mein Lieber, an dem Tag müssen wir zu FrauMahoudau gehen," sagte die Frau. „Ja, und was machtdas?" sagte Vernou. „Wenn wir nicht hingingen, wäre sieärgerlich, und du kannst sie gut brauchen, da sie dir deineBuchhändler Wechsel diskontiert." „Mein Lieber, diese Fraubegreift nicht, daß ein Souper, das um zwölf Uhr nachtsbeginnt, einen nicht hindert, in eine Gesellschaft zu gehen,

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