Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
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diesen Reden, in denen der Geist der Zeit atmete, nur Ge-schwätz gewesen waren. Seine Porträts, die recht schwäch-lich gezeichnet waren, kamen jetzt kräftig und farbigheraus; alle schlössen sich durch physiologische Bemer-kungen, die ohne Frage Bianchon zu verdanken waren,an absonderliche Phänomene des Menschenlebens an undwaren voller Leben. Seine wortreichen Schilderungenwaren gehaltvoll und lebendig geworden. Er hatte denFreunden ein armselig gekleidetes Kind gegeben und emp-fing von ihnen ein entzückendes erwachsenes Mädchen inweißem Gewände und mit rosafarbenem Gürtel, ein köst-liches Geschöpf, zurück. Diese Seelengröße seiner Freundeüberwältigte ihn, er empfand die Bedeutung der Lektion,die er empfing, er bewunderte die Korrekturen, die ihnmehr über die Literatur und die Kunst lehrten als dievier Jahre, in denen er gelesen, verglichen und studierthatte, und er saß, als es schon ganz dunkel geworden war,noch immer mit Tränen in den Augen über seinem Manu-skript. Die Verbesserung einer verunglückten Zeichnung,ein meisterhafter Zug im lebendigen Stoff sagen immermehr als alle Theorien und Betrachtungen.

,Was für Freunde! Was für Herzen! Wie glücklich binich,' rief er aus, als er das Manuskript wieder zusammen-schnürte.

Er war von der Begeisterung, die den poetischen undbeweglichen Menschen natürlich ist, ergriffen und eilte zuDaniel. Als er die Treppe hinaufging, hatte er doch dasGefühl, daß er dieser Herzen, die nichts vom Pfade derEhre abwendig machen konnte, nicht mehr so würdig sei.Eine Stimme sagte ihm, daß Daniel, wenn er Coralie ge-liebt hätte, Camusot nicht mit in Kauf genommen hätte.Er kannte auch die tiefe Verachtung, die der Freundes-kreis gegen die Journalisten hegte, und er fühlte sich schonein wenig als Journalist. Er fand seine Freunde, außer

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