108Andernach. Am folgenden Tage bei einemmilden Sommermorgen setzten wir unsereReise nach Andernach fort. Hier öffnetsich ein Reichthum der Natur durch dendas Ufer des Rheins den Reisenden äuſ-serst erfreuet. Schöne Formen von Ge-bürgsrücken, Holzungen und Gebäuden wech-seln hier in unendlicher Mannigfaltigkeitab. Die Hügel tragen eine dichte Kronevon Wäldern, das neue ChurfürstlicheSchloß stolzirt am Ufer und der Ehren-breitstein hängt erhaben schön auf demjenseitigen Gebirge.Ehrenbreitstein. Diese Bergfestung, diesich darauf befindenden ungeheueren Kano-nen, der Vogel Greif, die weite Aus-sicht von dem höchsten Gipfel des Berges,wo Coblenz mit dem Rhein und der Mo-ſel unter den Füßen liegt, dies alles führtetwas Erhabenes mit sich.Coblenz. Wir sahen auch zu Cobleneine religiöse Schwärmerei, welche mir umso weniger behagte, indem unter demDeckmantel der Scheinheiligkeit die Sün-den beſonders der Einbildungskraft weitunheilbarer und zerrüttender seyn können,als die etwanigen Folgen eines gemisch-ten, durch freiwillige Sittsamkeit gezügel-
Druckschrift
Ansichten einer Reise durch das Clevische und einen Theil des Holländischen über Crefeld, Düsseldorff und Elberfeld, mit einigen dabei angestellten ökonomischen Betrachtungen, im Jahre 1794 : Nebst einer zweiten ökonomischen Bereisung der Rheingegenden von Wesel bis Coblenz, im Juni 1794
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten