spatzirt das Frauenzimmer in den Alleenohne Zwang und Steifigkeit zu Fuß, undhat die beſte Gelegenheit von Mannsper-sonen aller Classen gesehn und gekannt zuwerden. Hier zeigt sich die Clever Schön-heit mit dem grossen hellblauen Auge, voneinem reichen Holländer geführt, welcherschwarz gekleidet einen runden Hut auf demKopfe trägt, Kaufleute, Grafen, Barone,Regierungs und Kriegs=Räthe, Avantü-riers und Handwerksleute gehen hier inbuntem Gemische, lassen sich in freund-schaftliche Gespräche ein, und suchen nachernsthaften Geschäften Erholung. Hier ist dasRendevous Clevischer Galanterie, hier kom-men die seltsamsten Avantüren zur Reife,geben Stoff zu Novellen, und dienen wie-derum andern zur Unterhaltung.Der wohldenkende Präsident von Rohrhat nach der von dem Prediger Friesch ge-schriebenen Preisschrift die Armenanstaltenin hiesiger Stadt dergestalt verbessert, daß,obgleich in allen übrigen Clevischen Städ-ten ein Ueberhand genommenes Bettelnvorhanden ist, hieselbst sich kein Bettlermehr sehen läßt.Der Rheinstrom nimt unweit Cleve beiEmmerich seinen Gang und wird bei Schen-
Druckschrift
Ansichten einer Reise durch das Clevische und einen Theil des Holländischen über Crefeld, Düsseldorff und Elberfeld, mit einigen dabei angestellten ökonomischen Betrachtungen, im Jahre 1794 : Nebst einer zweiten ökonomischen Bereisung der Rheingegenden von Wesel bis Coblenz, im Juni 1794
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