Jahr um Jahr - und dann erscheint es doch nurwie ein Tag, eines einzigen Tages durchbrechenderSinn. Im Februar 1922 da schössen die Fragmente der„Elegien" - zusammen mit den Orpheus-Sonetten -in Weißglut, und die große Glocke empfing ihre Form,erhärtete, tönte -
Wie im Sturm, so stand er. Wie Schreie im Winde,so riefen seine Worte das Geschehende herüber.
„- Lou, liebe Lou, diesen Samstag, am 11. Februar,um 6, leg ich die Feder fort, hinter der letzten voll-endeten Elegie, der zehnten.--------------------Denk!
ich hab überstehen dürfen bis dazu hin. Durch alles.Wunder. Gnade. - Alles in ein paar Tagen. Es war
ein Orkan------: Alles, was in mir Faser, Geweb war,
Rahmenwerk, hat gekracht und sich gebogen.-------
Und stell Dir vor, noch eins, in einem andern Zu-sammenhang --------schrieb ich, machte, das Pferd,
weißt Du den freien glücklichen Schimmel mit demPflock am Fuß, der uns einmal, gegen Abend, auf einerWolgawiese im Galopp entgegensprang -: — Wasist Zeit? - Wann ist Gegenwart? Über so viel Jahresprang er mir mit seinem völligen Glück, ins weit-offene Gefühl.--------Jetzt weiß ich mich wieder. Es
war doch wie eine Verstümmelung meines Herzens,daß die Elegien nicht da-waren.
Sie sind. Sie sind.
Ich bin hinausgegangen und habe das kleine Muzot,
96