Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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Jahr um Jahr - und dann erscheint es doch nurwie ein Tag, eines einzigen Tages durchbrechenderSinn. Im Februar 1922 da schössen die Fragmente derElegien" - zusammen mit den Orpheus-Sonetten -in Weißglut, und die große Glocke empfing ihre Form,erhärtete, tönte -

Wie im Sturm, so stand er. Wie Schreie im Winde,so riefen seine Worte das Geschehende herüber.

- Lou, liebe Lou, diesen Samstag, am 11. Februar,um 6, leg ich die Feder fort, hinter der letzten voll-endeten Elegie, der zehnten.--------------------Denk!

ich hab überstehen dürfen bis dazu hin. Durch alles.Wunder. Gnade. - Alles in ein paar Tagen. Es war

ein Orkan------: Alles, was in mir Faser, Geweb war,

Rahmenwerk, hat gekracht und sich gebogen.-------

Und stell Dir vor, noch eins, in einem andern Zu-sammenhang --------schrieb ich, machte, das Pferd,

weißt Du den freien glücklichen Schimmel mit demPflock am Fuß, der uns einmal, gegen Abend, auf einerWolgawiese im Galopp entgegensprang -: Wasist Zeit? - Wann ist Gegenwart? Über so viel Jahresprang er mir mit seinem völligen Glück, ins weit-offene Gefühl.--------Jetzt weiß ich mich wieder. Es

war doch wie eine Verstümmelung meines Herzens,daß die Elegien nicht da-waren.

Sie sind. Sie sind.

Ich bin hinausgegangen und habe das kleine Muzot,

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