Der Umstand.daß Rilke von Paris herübergekommenwar, entzog ihn vielleicht der Gefahr der Internierung.(Seine Pariser Sachen wurden bald beschlagnahmt;nach etwa einem Jahrzehnt erhielt er sie in Paris teil-weise zurück.)
Denn nun kam der Krieg.
Rilke war zu seinem Verleger nach Leipzig gereist,ich nach München, wo wir bald wieder zusammen-treffen sollten. Bei Kriegsausbruch nahm ich an, erwerde nicht mehr abreisen können, und fuhr mitletzter Zugmöglichkeit heim. Er nahm von mir aberdas gleiche an, eilte fort, und so reisten wir anein-ander vorbei.
Rilke war in der Jugend als dienstuntauglich er-kannt worden; nach dem zweiten oder dritten Sich-stellen damals meldete 1897 ein Telegramm nach Wolf-ratshausen: „Frei und bald wieder froh." Dennochkams im Verlauf der Kriegsjahre zur Einziehung, wennauch nicht zum Einrücken, da er während der Übungenunter seinem Tornister zusammenbrach; um dann,für eine Weile, dem Pressedienst in Wien zugeordnetzu werden.
Der Krieg hörte nie auf, für ihn etwas darzustellen,worüber das spätere Erleben nicht mehr hinweg-konnte: wenn die Sehnsucht danach ging, das Ehe-malige wiederherzustellen, des Vergangenen Herr zuwerden für neueZukunft, so sträubte sich, nicht minder-
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