teuer bezahlt erachten würde, - fast ebensogut aberfinden könnte, die Muschel überwölbe sie stattlicher,als sie selbst sei, und es sei nur gerechtfertigt, ihreganze Lebensarbeit an deren Festigung und Schnörkel-rundung dranzugeben.
Solche mißempfundene Behausung ist für Rilkeseine Leiblichkeit, dies Nichtaufarbeitbare in denschöpferischen Vorgang, und nur darin, nicht aberim Asketensinn oder irgendwie moralistisch verstan-den, ist es das Bestrittene und Oefürchtete. Es enthältdasselbe schöpferische Prinzip, wenn auch unüber-setzbar ins andere, es enthält insofern auch dessenSpiegelbild - wie zum Hohne: es wird dadurch etwasNachäff erisches, das versucherisch beirrt. Seine Klagenüber körperliche Störungen, so zahlreich in diesenBriefen, in denen er sich rückhaltlos nachgab in seinergroßen Not, müssen gelesen werden, als schriebe erüber Immenses, indem er über Körper schreibt: soimmens wie dasjenige, worin sich ihm schöpferischeVision verkörperte. Er ruft jedes dieser Worte vomKreuz herab, an das er genagelt ist, das ihn gewalt-sam hochgereckt hält, bis daß er alle sieben Worteausgesprochen (hinter deren allen sieben das eine Wortgemartert steht: „Mich dürstet").
Briefstellen aus frühen wie späten Jahren be-zeugen es.
„Ich quäle mich - wie ein Hund, der einen Dorn
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