Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
39
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Heß, ihn einfach so haben wollte, wie er ihn sich inDankbarkeit und Bewunderung vorgestellt und wie erihn für sich brauchte. Es gibt kein Nehmen ohne dasganz entsprechende Geben, wenn die Gabe tief emp-fangen sein soll: hier gab der Jünger nicht genug,er, dem Rodin seines Alters Geheimnisse preisgab -seine Schwermut über das Nachlassen der Genuß-freudigkeit-worunter Rodin sowohl die künstlerischewie die sinnliche unbefangen miteinbegriff. Es hat et-was Rührendes, wie, nach Rilkes Andeutungen, derGreis ihm sein Versagen aufschloß, und der das tat,war doch für ihn gewesen -:

- der Wichtigsten einer, ein Zeichen weit über derZeit, ein ungemeines Beispiel, ein weithin sichtbaresWunder - und doch nichts als ein unsäglich ein-samer alter Mann, einsam in einem großen Greisen-tum" (1903).

In einem schon erwähnten Brief von 1911 fühlt mandas Ausbleiben einer letzten Güte Eindrücken gegen-über, die ihn an Rodin leiden gemacht hatten, wenner schreibt:

Ich habe so viel Beirrendes durchgemacht, Er-fahrungen wie die, daß Rodin in seinem siebzigstenJahr einfach ins Unrecht geriet, als ob alle seine un-endliche Arbeit nicht gewesen wäre; daß da etwasMesquines, eine klebrige Kleinlichkeit, wie er ähnlichefrüher gewiß zu Dutzenden aus dem Weg gestoßen

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