Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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Schrecken, Obdachlosigkeiten ist es, als zerfiele derBeobachter selbst in diese Menschen alle, vergespen-stere sich in sie, erläge mit ihnen. Nicht Mitleid schrieaus dem Übergroßen dieser Eindrücke, sondern ergeriet in sie hinein wie in einen vergewaltigendenÜberfall, der seine Verzweiflungen in symbolisierendeSichtbarkeit riß: und mitten im Grauen dieses Er-liegens stand doch, hochgereckt, der Künstler undschuf, faßte es in seine Symbolik. Es verhielt sich da-mit entgegengesetzt wie mit derjenigen Vereinselbi-gung, die ihn in den russischen Menschen hatte auf-gehen lassen: dort nahm ihn etwas an die Hand, ihnzurückzugeleiten in vergessene Zuversicht der Urkind-lichkeit, ob von ihr aus der Neubau sich aufrichtenließe, ohne daß dieser selbst schon begonnen ge-wesen wäre. Hier nun merkt man den Fortschritt desKünstlers, hindurch durch die damit anhebendenmenschlichen Kämpfe und Hindernisse der geäng-stigten Seele: diese Seele wird dennoch schaffend daran.Rilke wollte es selbst kaum wahrhaben, daß ihm einsolcher Ausweis damit schon gelungen sei: zu lauthörte er seine Angst daraus schreien:

Hätte ich die Ängste, die ich so erlebte, machenkönnen, hätte ich Dinge bilden können aus ihnen,wirkliche stille Dinge, die zu schaffen Heiterkeit undFreiheit ist und von denen, wenn sie sind, Beruhigungausgeht, so wäre mir nichts geschehen. Aber diese

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