Druckschrift 
Rainer Maria Rilke
Entstehung
Seite
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zum Tod wie zum Sinnbild des eigentlichen Lebens,an das es sich richtet:

Ich stehe im Finstern und wie erblindet,weil sich zu dir mein Blick nicht mehr findet.Der Tage irres Gedränge istein Vorhang mir nur, dahinter du bist.Ich starre drauf hin, ob er sich nicht hebt,der Vorhang, dahinter mein Leben lebt,meines Lebens Oehalt, meines Lebens Gebot -und doch: mein Tod -".

Wo Außerordentliches nach Lebensgestaltungdrängt, da bedarf es kaum erst der Einzelenttäu-schungen, um zu enttäuschen, da genügt schon dieBedingtheit des menschlichen Daseins an sich, damitdieses vor den großen innern Ansprüchen versage.Während das durchschnittliche Menschenschicksalsich zu allmählicher Anpassung ausgleicht, kommtes beim außerordentlichen zur Fragwürdigkeit desLebens selber, sei es, daß hinterher irgendein Grund-geschehnis dafür verantwortlich gemacht wird, sei es,daß es sich dem Urteil in ein zusammenfassendesGleichnis kleidet, das die empfundene Problematiknicht mehr ins Harmlosere lösen läßt. Für Rilke gabes eine Art von Gleichnis, ein Sinnbild, worin, wieein mitgegebenes Fatum, seine eingeborene Lebens-lage sich ihm gewaltsam veranschaulichte; am ge-

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